Sommerloch, mal wieder

August 22, 2016 by

War nicht so viel los in der „Letzte“, haben vorallem zuviel gearbeitet. Ostern waren wir in Verges, einem kleinen Dorf mit Prozession, Theater und dem berühmten Totentanz. Hier in Katalonien. Dem letzten der Welt, in Katalonien. Sie sind sehr stolz darauf, hier in Katalonien … Sehr verschlafenes Kaff als wir gegen Mittag eintrafen, wir hatten Angst keinen Parkplatz zu finden😉 Gegen Abend hat es sich dann anständig gefüllt. Inklusive dem völlig unverständlichen Dialekt in Gironas Hinterland eine sehr schöne Osterfeier. Damit habe ich den katalanischen Oster-Grandslam geschafft, meine Rangliste ist Verges > Tarragona >> Girona.

Bis dahin ist der Sommer angenehm. Wir haben unsere dicke Luxus-Latex-Matratze mit der günstigsten Federmatratze aus der Ikea ersetzt, viel besser. Ausserdem ist es unter unseren schweizer Freunden Mode geworden, sich Mädchen aus Barcelona an zu lachen. Die eine ist Schauspielerin. Das letzte Stück, und auf das war sie besonders stolz, hiess „Frau“, katalanisch für Betrug (ja, sie und ihre intellektuellen Freunde können selbstverständlich Deutsch). Wir kamen mitts drin rein, es hat gerade ein Anthropologe den Regisseuren interviewt, während im Hintergrund bisschen geputzt wurde und so. War amüsant, aber langfädig, irgendwie mussten sie ja die sieben Stunden füllen (die sieben Stunde waren das Einzige was kein Betrug war, die haben sich sogar die Mühe gemacht Playback zu theatern). Darauf gab es noch irgend so eine Shakespear-Parodie mit kaum Handlung, aber immerhin standen sie auf einem Tisch.

Dann waren wir zweimal in der Schweiz, das ist dort wo der Geldautomat Fünfziger und Hunderter rausspuckt, wenn man gerne kleine Noten hätte. Der Golf hat gut mitgemacht, nur einmal kurz in den Safemode gefallen. Auf der Heimfahrt habe ich an einem schönen Stutz kurz beschleunigt zum schauen ob noch alles in Ordnung ist und hat mich glatt erwischt. Wie schon am Bielersee und kurz vor der spanischen Grenze nochmal — mal schauen wieviele Fotos sie uns nachschicken … Apropos Rasen, auf dem Weg ins Eriz haben wir einen Jeep eingeholt. Der fuhr eine Weile gemütlich weiter, bis er wohl unsere blauen Nummernschilder gesehen hat, dann fuhr er über die Sicherheitslinie davon wie ein Henker😀

Für die Geburtstagsfeiern von Stes Eltern gingen wir dann mit ÖV😉 Interrail macht das bezahlbar, aber man muss nicht meinen, dass man das auch kaufen kann nur weil der Billet-Schalter offen ist, da muss schon auch die richtige Person dort sein. Dafür war die Chauffeuse im Flughafenbus morgens um fünf schon sehr nett und gesprächig und letztens hat sich ein Verkäufer im Supermarkt die Mühe gemacht meine Bankkarte anzusehen, damit er mich mit Namen verabschieden konnte. Sachen gibts.

Morgen segeln wir mit Freunden auf Weltreise nach Mallorca. Dank Testlauf an der Costa Brava mit einem (unterdessen schon ehemaligen) Arbeitskollegen sind wir bestens vorbereitet: solide kotzt es sich wenn man im Lee den Kopf zwischen den Seilen rausbaumeln lässt🙂

Alles beim Alten

März 13, 2016 by

In der letzte wurde es ziemlich ruhig hier, so langsam ist „alles beim Alten“. Die Karre wollte auf dem Heimaturlaub auch ein Weihnachtsgeschenk, neue Kupplung. Donnerstag muss ich ihn stellen, hoffeltich geht das mal so einfach wie die Vorurteile sugerieren. Termin kriegen war schon mal schwierig, ich habe erst nach ettlichen Anläufen gemerkt dass deren Webseite nur auf dem Handy funktioniert. Die Erneuerung der Mitgliedschaft bei der katalanischen Luftfahrtgesellschaft ist leider auch nicht einfacher als das Mitglied werden letztes Jahr war. Nur teurer, wegen Madrid sagen sie. Mir doch egal, ich möchte einfach nicht hundertmal in deren Büro auftauchen müssen damit sich mal was tut …

Freitag wurde ich von einem von einer Energie-Firma überfallen. Der war so erstaunt dass ich nur Katalanisch spreche dass er gefragt hat, ob man in der Schweiz auch Katalanisch spreche😀 Er kannte meinen vollen Namen und hat etwas vom Verbrauchsmessgerät gemeint. Haben paar mal vergessen einzutragen und Märchenrechnungen erhalten (die schätzen dass man wenn man in der Altjahrswoche nicht da ist fünf, sechsmal soviel Strom braucht wie sonst :-)) und so habe ich den völlig naiv reingelassen. Er hat dann was von die alten Lesegeräte müssten durch digitale ersetzt werden. Ich musste dann viele Papiere rausrücken und unterschreiben und noch so ein Telefonat machen, das weniger nach technischem Problem, als nach neuen Verträgen geklungen hat.Keine Ahnung was der mir aufgeschwatzt hat, war extrem im Stress. Hab ihn dann nochmal in der Strasse erwischt, er hat mir versichert dass ich mir keine Sorgen machen muss und es wirklich nur um die Lesegeräte gehe. Die Terretorialkämpfe seien nur unter den Zwischenhändlern und er sei von der offiziellen katalanischen Gas- und Elektrizitäts-Infrastruktur Firma. Auf dem Zettel den er da gelassen hat steht auch nicht worum es ging — nur dass es ein Vertrag sei, was doch viel mehr Mitsprache impliziert, als ich bei seinem Besuch gespührt habe … Wenn man aber mal jemanden von diesen Firmen braucht, zum Beispiel um den undichten Gas-Haupthahn zu flicken, dann funktioniert deren System zum Termine organisieren nicht …

Kommt wohl noch ein bisschen Bürokratie-Kampf auf mich zu. Dafür hab ich so einen am Institut gewonnen. Ich rechne seit paar Monaten parallel auf der Grafikkarte und habe nun auch eine schön schnelle gekriegt. Hat nur einen Monat gedauert. Erst musste ich beim Einkaufs-Büro anfragen, damit der eine Offerte bei den offiziellen Verkäufern einholen kann. Dauert je eine Woche und ist 20% teuerer als im Laden, dafür nicht mit meinem Computer kompatibel. Nachfragen, die Nachfragen bei HP ob die ihre Produkte wirklich so designen dass man sie nicht erweitern kann (wie ich von Anfang an gesagt habe, weil es mir zu dumm wurde und ich so ein Netzteil zum Ausprobieren gekauft habe) und dann kann unser Gruppen-Besteller beim Einkaufsbüro so eine Bestellung aufgeben, der Gruppe-Kassier kann das genehmigen, dann leitet das Einkaufsbüro das zum Bestellbüro weiter, die bestellen, kontrollieren und schon habe ich das Kistchen auf meinem Pult🙂 Wir sprechen von 250 Stutz — nicht von einem Rechenzentrum! Und wir müssen uns trotz aller Evidenz sogar von Professoren anhören dass in einem unabhängigen Katalonien alles besser wäre!

Apropo Katalanisch, gab ja eine neue Lehrerin, weil der zweite Lehrer etwas faul und eindrücklich unpünktlich war. Sie war zwar zur Abwechslung einfach zu verstehen, aber furchtbar langweilig. Angers! Glücklicherweise wurde sie für mich wenig und für die Schule extrem überraschend Mutter und wir kamen in den Genuss von vielen ausgefallenen Stunden🙂 Nächte Woche gibt es leider Ersatz, hoffentlich zur Abwechslung jemand der nicht mit den immer gleichen beiden Vergangenheitsformen anfängt, die haben wir jetzt dreimal durchgekaut … Der Sohn von einem einheimischen Kollegen hat übrigens Caga for Papa gelernt — scheint hier wirklich wichtig🙂

Um in den „winterlichen“ Wochenenden hier nicht vollends zu versauern haben wir etwas mit Kiten angefangen. Ste ist schon ziemlich auf Kurs, bei mir als Brett-Sport-Verweigerer siehts weniger gut aus. Ausserdem teilen wir uns in der Regel einen Kite und die Lehrer können sich 90kg schwere Menschen einfach nicht vorstellen und schreien dann immer dass ich mehr powern soll … Leider ist das Wetter hier im Winter selten ideal. Deshalb sind wir vor paar Wochen ins Ebro-Delta gefahren. Es war dermassen kalt dass wir von den ganzen Seeigeln nichts bemerkt haben. Sind dafür zum warm bleiben rumgehüpft. Übles Auftauen auf der der Rückfahrt. Nach einer Stunde Grübeln wurde es mir zu blöd und auf dem Notfall hat die Krankenschwester nur „autsch“ und „wow“ rausgebracht, aber auch keine weiteren Stacheln. Der ältere Arzt hat mal vollgas losgeflucht, ob ich eigentlich vom Ebro-Delta her gerannt sei. Nach einer Woche mit Skalpell und anständiger Pinzette aus dem Labor waren aber fast alle wieder draussen🙂

Sevilla und Cordoba

Dezember 12, 2015 by

Wir haben extra ein Zimmer etwas ausserhalb von Sevilla gebucht, der Verkehr im Innern sei sehr anstrengend. War er dort draussen auch, vorallem weil sie weitgehend auf Schilder verzichten. Immerhin haben die Ausfahrten Nummern, sogar der Reihe nach, kommt einfach nicht jede vor …  Auch hat die Karre mit mehr Beulen Vortritt und nicht die von rechts — soviel wurde mir noch nie Vortritt gewährt😀 Auf der anderen Seite fahren anders als in Katalonien oder Huesca fahren nur sauteure Wagen mit überhöhter Geschwindigkeit, fand ich sehr stossend …

Sevilla hat eine schöne, protzige Kathedrale. Kolumbus liegt (vielleicht) drin und unzählige Schätze, die sie nach seiner Entdeckung Amerikas von dort abgeschleppt haben. Stolz präsentiert, hat ziemlich an den Vatikan erinnert. Ausserdem gibt es den Palast , Alcazar, noch etwas farbiger und vielseitiger als die Alhambra. Dorne aus Game of Thrones wurde teils dort gedreht und der Spanien-Platz hatte einen Auftritt in Star Wars. Dazwischen viele Kutschen und Gitarrenmusik.

Und zwar nicht von Hippies. In Sevilla ist man nämlich extrem schick und ziemlich antiquiert angezogen. Viel so Steppjacken die etwas nach Reiten aussehen. Steht ja auch Kavaliere auf den Herrentoiletten. Und Buben mit kurzen Hosen und Kniesocken, Mädchen so gut wie nie in Hosen, dafür auch mal schon als Kinder geschminkt. Und Unmengen von Kindern, wir sind mal in einen Trottoir-Stau mit acht Kinderwagen geraten … Ausserdem sind sie furchtbar ungezogen; Wir hätten ja auch Hotel vor dem Schlafen gehen weit nach Mitternacht noch etwas Gumpiball gespielt oder bisschen Steine über die Dächer vom Alcazar geschmissen — aber nicht vor den Eltern und die interessiert das hier einen Feuchten.

Abgesehen davon dass sie einem keinen Platz lassen, sind die Leute aber sehr freundlich. Und lustig: Eine ältere Frau in einer ruhigen Gasse am Telefon „hola, soy la Christina, buenas tardes!“ und drei gestandene Männer drehen sich prompt grinsend um „hola Christina, buenas tardes!“😀 Auch wissen sie Party zu machen. In den Bars um das Hotel waren Abends Flamenco-Konzerte und zum Frühstück ging soviel Brandy in Weisswein-Gläsern über die Theke, dass sie die Flasche gar nicht mehr versorgt haben. Ausserdem scheinen sie auch recht eifersüchtig zu sein, ich habe noch nie ein Detektiv-Büro angeschrieben gesehen und hier gleich mehrere mit riesigen Reklamen🙂

Die letzte Nacht der Reise haben wir in Cordoba verbracht. Cordoba ist vielleicht etwas ruhiger und vorallem die Moschee. Sie sehen das natürlich anders und so haben wir Tortilla und Salmorejo (Tomaten-Brot-Suppe, Spezialität von dort, super) gegessen. Laut der Frau an der Reception besser als ihres, das ihrer Mutter oder ihrer Grossmutter und die Schlange zur Mittagszeit war immens (dreimal so lang wie für die Mezquita). War schon nett und ich schätze unterdessen auch Tortilla-Sandwiches, aber ich kann die Besessenheit der Spanier mit Tortilla nicht ganz nachvollziehen … Item, die Moschee ist grossartig. Die Gebetsnische und die Kuppel darüber wirklich wundervoll. Auf den Tickets steht aber Kathedrale (dachte schon wir wären falsch) und die ist eine Katastrophe. Haben sie in die Mitte vom stilvollen Gebetsraum geklotzt und ist unglaublich wüst. Hat sogar der König gemeint, der vor paar hundert Jahren den Umbau genehmigt hat …

Wir versuchen uns nun mehr schlecht als recht zu erholen. Donnerstag und Freitag war Postdoc Symposium; Berufswahl und mit jedem Schritt wird die Auswahl schwieriger (und je nach Wahl der Schritt noch viel mehr …). Dann direkt ans Weihnachtsessen; dieses Jahr in einem teuren Club am Strand, wo die fünf hundert Nasen gerade so reinpassen. Immerhin war Selbstbeweihräucherung so fast unmöglich und es war trotz wenig und nicht gerade tollem Essen ziemlich lustig🙂 Heute ist leider nicht genug Wind zum Kiten, dafür haben Nachbarn den ganzen Tag ein Fest. Dummerweise kennen sie nur ein Lied und es ist erst noch richtig Scheisse … Immerhin haben wir Tannenzweige, Kerzen, Mandarinli und Panettone🙂

Weisse Städtchen

Dezember 6, 2015 by

Die letzten Tage sind wir kreuz und quer durch die andalusische Pampa gefahren. Da wechseln sich Dünen, Herbstwälder, Olivenbäume, Nadelwälder und karge Felsen ab, unglaublich. Die Wälder sind fast alle eingezäunten Jagdreviere oder Freiland-Schweinezuchten. Dazwischen viele weiße Ortschaften, alle sehr heraus gepützerlt. Besonders schön ist die Landschaft um das Bergdorf Grazalema. Dort scheinen sie auch Gras zu verkaufen, auf jeden Fall haben wir zwei Jungen aus einem deutschen Strafprojekt dorthin mitgenommen. Auch der Rest ist übrigens ziemlich in deutscher Hand.

Übernachtet haben wir in Ronda, dort gibt es eine Brücke über eine Schlucht, guten Weissen und Stierkampf; dann in Zahara de los Atunes, dort haben wir fünf verschiedene Stückchen Thunfisch gegessen; und in Cadiz, mit feinem Roten, frittierten Fischen und fast soviel Flamenco wie Stierkampf.

Cadiz gilt als Mini-Havanna und ist nicht nur weiß und etwas weniger gepützerlt, dafür hat es unzählige Friseure. Ich hatte dort einen großartigen Auftritt auf dem Kirchturm. Sechzehn vor vier habe ich mir langsam die Ohren zu gehalten. Und genau als mich zwei Frauen völlig entgeistert gemustert haben, ging das Geläute los, die beiden sind in die Luft gesprungen, haben geschrien und sind davon gestoben😀

Oberhalb von Cadiz ist das Naturschutzgebiet Doñana. Verschiedenste Möwen und Hirsche, wandernde Dünen, Wälder und ein riesiger Fluss, von wo Kolumbus los fuhr. Offenbar alles sehr niedlich, dauert ein Momentito von fünfzehn Minutitos, immer mit Cuidadito (Vorsichtchen) und hasta luegito🙂 Im Süden sprechen sie dafür wie Chtis, tambieng und so.

Unterdessen sind wir in Sevilla und morgen fahren wir nach Córdoba, bevor wir Dienstag heim müssen.

Granada

Dezember 1, 2015 by

Wir wollten zwar noch etwas an die Wärme, aber Granada ist auf 700 M.ü.M. Dafür kriegen wir viel herbstliche Stimmungen ab, kommt in Barcelona viel zu kurz. Herbst mit Kakteen zwischen den farbigen Bäumen und der weissen Altstadt ist aber auch recht speziell.

Vorgestern fuhren wir gleich wieder raus, in die Sierra Nevada. Ein sanftes Gebirge mit Aussicht aufs Meer (und paar Zacken von Afrika manchmal), ist wohl in einem normalen Jahr noch karger. Hat nicht nur eine Baumgrenze, sondern einen Baumgürtel. Und wir waren plötzlich vielleicht 50 Meter neben einer Steinbock-Familie. In einen Dorf habe ich noch meine Fototasche auf einer Bank liegen gelassen, war ein Zettel dort und ich konnte sie in einen Handicrap-Laden daneben abholen. Auch in Granada kann man es offenbar etwas lockerer nehmen als in Barcelona, manche legen Kameras einfach so hinter sich auf die Bar!

Gestern waren wir auf der Alhambra. Von aussen eine grosse Allerwelts-Befestigung auf einem Hügel, innen eine immense Gartenanlage mit filigranen maurischen und protzigen Antworten der Zurückeroberer. Weil sich die katholischen Könige bald mehr für Übersee interessiert hatten, hat ihr Palast halt erst seit kurzem ein Dach. Ich hatte irgendwann mal etwas genug vom verschnörkelten Pflaster, aber ich war noch nie in einem Palast der mit so vielen verschiedenen Materialien und Techniken verziert war.

Auch in der Altstadt sind viele Details mit Ornamenten verziert. In Restaurants sind viele Menüs arabisch oder orientalisch angehaucht. Es hat auch ein paar Basarstrassen und man hört oft Arabisch. Ob das Neue sind oder deren Familien die Inquisition überstanden haben?

Abgesehen von Banken ist mir noch nichts katalanisches aufgefallen. Leider auch das Brot mit Tomaten und Olivenöl nicht … Dafür sprechen sie ein sehr reflektiertes Spanisch hier, sogar Süssigkeiten verkaufen sich. O-Ton Alhambra-Schild: this part of the monument only will be able to be visited once. Und wenn man nicht restlos alle „S“ verschluckt fürchten sie man würde kein Wort verstehen. Sie würden dann natürlich nicht Englisch auspacken, sie fragen dann einfach allpott ob man sie versteht und wiederholen sich endlos. Ein Kellner hat uns auch die spanische Karte gebracht, nachdem Ste die spanische Frage ob Englisch oder Spanisch mit „ingles“ beantwortet hat🙂

Ansonsten hat es viele Hippies und Gitarren und die Vögel zwitschern auch erst gegen abend. In der sehr freundlichen barocken Kathedrale fragt die Dame am Schalter „Jose, reisst du die Tickets ab oder soll ich?“ Jose zwei Meter daneben sich mit einer Nonne unterhaltend „nein, ich mache das!“😀

Klischees stimmen!

November 22, 2015 by

Es ist mal wieder Zeit zum Ausrufen oder um einen viel zitierten Mitarbeiter der Hostel Heart of Gold in Berlin zu bemühen: Klischees stimmen! Beim Putzen habe ich statt dem Kabel aus der Steckdose die Steckdose aus der Wand gezogen. Die Schrauben waren rund ein Zentimeter lang und die Hälfte davon steckte nur in der Farbe …

Und letztens im Gemüseladen ist tatsächlich ein Kunde zurück gekommen, er habe 15 cent zuwenig Rückgeld gekriegt. Dabei hat er noch so ein vorwurfsvolles Gesicht gemacht, Sonntag im Eimer. Und das bei einem von Chinesen geführten Laden, die einen ganz stolz darauf hinweisen dass bei Ihnen das Wasser mas balato ist🙂

Apropos Schotten, Hostels und Klischees; unsere ehemalige Mitbewohnerin aus Schottland hat sich einmal mit ihrer Freundin aus Frankreich über Liebe machen im Hostel unterhalten. Sie waren sich sofort einig, dass es keine gute Idee ist — aber haben erst nach einer Weile gemerkt, dass nicht beide davon, bzw. dabei, gestört wurden😀

Dann wäre noch unser Nachhaltigkeitsbüro am Institut. Die haben jetzt alle Birnen im Lift mit Stromsparbirnen ersetzt und die 40% Lift-Licht-Strom-Ersparnisse werden mit riesigen Postern im ganzen Haus gefeiert. Und wir spülen jetzt die Toiletten nicht mehr mit heissem Wasser. Nein, sie haben die Rohre nicht richtig verlegt, sie haben das heisse Wasser einfach abgestellt. Wer braucht schon saubere Hände in einem Labor? Dafür ist es im Moment an meinem Arbeitsplatz 27 Grad — bei beissigen, windigen vielleicht 10 draussen …

Auch bei uns im Treppenhaus haben sie die Lichtzeiten angepasst — ich schaffe es gerade noch bis in den ersten Stock … Die hätten auch besser die kaputte Birne auf unserem Stock ausgetauscht!

Kindergeburtstage sind hier übrigens auch nicht gerade erholsam für die Eltern. Die sind fast jedes Wochenende im Park und die Eltern werden dann auch erwartet. Und prügeln sich auch. Apropos Prügel, Cäsar spricht auch Katalanisch im neuen Asterix.

Dafür haben wir von unseren neuen Bürgermeisterin aus der Hausbesetzerszene etwas gemerkt. Vielleicht. Auf jeden Fall war seit sie gewählt wurde beim Kolumbus immer Basar. Mit dem Rad etwas mühsam, aber Dank Klebstreifen auf dem Boden einigermassen organisiert. Gerüchte sagen die Hafenpolizeit hätte sich wegen zuwenig Mitgliedern geziert. Und jetzt plötzlich stehen rund um die Uhr mehrere Mannschafts- und Streifenwagen rum und machen Fotos von posierenden Touristen, die keine Selfie-Sticks mehr kaufen können …

Und auch hier wird langsam Herbst, statt Schnee fallen aber nur Blätter. Verdecken die Hundescheisse auch … Der Golf sprang nach längerem rumstehen mal wieder nicht an, hat aber nur etwas Strom gebraucht. Dafür liegt der Garagist schwer krank im Spital und musste die Garage verkaufen. Ausserdem ist in den Bergen mehr Jagd- als Flugwetter. Die sind hier nicht gerade diskret unterwegs, statt Tarnfarben tragen sie orange und statt Peng machen sie Peng, Peng, Peng, Peng …

Wir haben uns dafür vom Parawaiten etwas auf das Kitewaiten verlagert und wollen in der ersten Dezemberwoche noch ein bisschen in den Süden🙂

Abwege

September 27, 2015 by

Anfangs dachten wir noch im Frühling wäre es immer etwas veränderlicher, dann die Gewitter wären halt immer im Sommer — aber abschliessend kann man sagen, die Wochenenden-Gleitschirm-Saison war grediusä scheisse. Gezwungenermassen haben wir uns halt ein wenig aufs Yoyo-Spielen verlagert …

Und wir sind etwas ins Klettern rein gerutscht. Gestern war Ste das erste mal am Berg, Ausflug nach Montserrat mit Lorenz und einem Bergführer. Dort hat es eine Wand mit vielen Schwierigkeitsgraden. Ausserdem ist die Landschaft aus fruchtbarem roten Sand und Felsen wie riesige Termitenhügel wunderschön. Den Abend haben wir beim Perser ausklingen lassen. Offenbar gibt es dort Freitag und Samstag Abend plötzlich eine Bauchtanz-Einlage mit Discokugel. Das beste war daran das junge deutsche Paar am Nebentisch — ich habe noch nie jemand dermassen betreten Löcher in den Tisch starren sehen😀 Und das nachdem er schon vorkosten musste, weil sie nicht geglaubt hat, dass auch serviert wurde, was sie bestellt hatte😀

Ausserdem habe ich letztens in einer Eisdiele versucht sprechend zu bestellen, statt wie üblich mit den Fingern auf alles zu zeigen, was ich gerne hätte. Zwei 1-Liter Geschirre voll, bitte. Sie hätten nur diese 0.75L Becher. Dann halt zwei davon. Darin war dann unheimlich süsse Mandelmilch, die trotzdem noch nach Carton geschmeckt hat, statt Eis. Zum hier trinken oder mitnehmen? Zum Glück habe ich dann doch noch auf Eis gezeigt!

Immerhin wurde das miese Flieger-Wetter von rund zwei Duzend Besuchern versüsst und zumindest in den nächsten beiden Wochen geben sich noch weitere die Klinke in die Hand — vielen Dank allerseits!🙂 Mal abgesehen davon dass es schön ist Besuch zu haben lernt man auch alte Freunde anders kennen, wenn man sie ein paar Tage um sich hat, statt sich für ein paar Stunden in einer Bar zu treffen🙂

Und letztes Wochenende war wieder das Rock-in-Opposition Festival in Carmaux. Dieses mal haben wir noch vor der Grenze genügend getankt — sicher ist sicher! Zuverlässig wurden wir kurz nach der Grenze ganz zufällig kontrolliert, immerhin ohne Auspacken. Das Program war dieses Jahr etwas weniger Extrem und es gab keinen harten Ziegenkäse mehr, trotzdem wunderbar🙂

Sommerloch II

Juli 14, 2015 by

Sie haben es also geschafft, Stes Vater und seine Freunde, Barcelona-Bern in rund 55 Stunden auf dem Rad! Haben erschreckend gut ausgesehen, erst beim Abendessen und nach unzähligen Bieren war die Luft draussen😉

Der Internet-Techniker kam dafür nicht (aber die Hitzewelle blieb). Zum zweiten Mal. Immerhin hat beim diesem Termin jemand angerufen, sogar zwanzig Minuten vor dem Termin. Beim ersten Termin kam einfach keiner. Angeblich habe er am Samstag davor angerufen und weil ich nicht ran ging, kam dann einfach keine Sau. Nicht mal ein verpasster Anruf oder eine SMS. Heute kam er dann doch noch und konnte das regeln🙂

Das beste war aber eigentlich das Vertrag-Abschliessen an sich. Ich musste zwar mit dem original Ausweis nochmal hin, aber sie haben dann meinen Namen falsch abgeschrieben, die Adresse vergeigt und irgendwie die Idee gehabt, dass ich Franzose bin. Sogar bei der Adresse haben sie Barcelona, Frankreich hingeschrieben … Umso erstaunlicher dass ich jetzt auf dem Sofa sitze🙂

Dafür haben wir die Waschmaschine selber geflickt, aber die ist ja auch Made in Germany😉 Man musste lediglich den Riemen wieder einhängen; so ungefähr wie beim Fahrrad die Kette. Beim ersten Waschgang hat sie noch etwas seltsam gequietscht, jetzt hat sich der Riemen aber anständig reingerangt.

Ausserdem hatte ich noch die Frechheit, an meinem Institut zwei Vorschläge zu machen, eine e-Mail wurde sogar gelesen, aber soviel Apparatschik-Abwherhaltung habe ich noch nie erlebt; weder als Repräsentant des Mittelbaus im Krieg mit den Herren Professoren in Basel, noch im Militär wo ich wegen meiner grossen Klappe trotz allen positiven Beurteilungen nie befördert wurde — überall wurde zumindest hingehört und dann vielleicht wegen praktischen Einwänden doch nichts unternommen, aber hier wird wird entweder das e-Mail nicht gelesen oder dann das Problem an der Wurzel gepackt und jegliche Argumentation völlig lächerlich in der Luft zerrissen …

Und jetzt ab in die Schweiz, die Fahrräder zurück bringen und so :-) Bitternötig. Endlich schlafen unter Laken statt in Lachen!

Sommerloch

Juli 9, 2015 by

Bei uns ist etwas Ruhe eingekehrt und die Hitze gibt uns den Rest. In der Wohnung bleibt es rund um die Uhr um dreissig Grad. Dafür liessen uns die Nachbarn schlafen seit Xavi mir eine sehr eloquente Notiz aufgesetzt hat, die ich dann in seriöser Schrift gedruckt im Klarsichtmäppli mit wirklich viel Panzertape an die Türe geklebt habe🙂 Der Sommer hat aber auch Gutes, zum Beispiel Besuch. Nebem dem Erbaulichen aus der Heimat auch von Tigermücken. Die hört und sieht man nicht, ihre Stiche jucken dafür auch zehn Tage später noch als rote Flecken vor sich hin. Danke Klimawandel.

Es war auch wieder San Joan (die kürzeste Nacht, mit den heftigen Feuerwerken) und wir waren bei Tech(no)-Hippies. Die haben Pflanzen auf ihrem Balkon und weil sie nicht recht rauchen können, dachten sie die würden nicht funktionieren. Hat dann einige auf dem falschen Fuss erwischt … Die hatten dafuer umso mehr Spass am deutschen Wirtschaftsprofessoren, der total überzogen völligen Unsinn erzählt hat. Zum Beispiel dass es in der Attacama so heiss sei, weil die näher am Aequator und damit näher an der Sonne ist! Er hörte sich auch viel lieber selber zu, als sich von der Übermacht an PysikerInnen erklären zu lassen, dass Quantentheorie doch funktioniert und wie das mit dem „vor dem Urknall“ ist — der Kenner schweigt und geniesst🙂

Wenn noch viele deutsche Ökonomen so denken sind, dann erklärt das wohl die Griechenland-Krise. Apropos, alles verscherbeln ist nicht die Krise ueberwinden! Einen Viertel des Haushalts von der EU-Förderung beziehen übrigens auch nicht, liebe „Krisenchampions“ im Baltikum, Freunde der grossen Töne🙂 Item, hat Spanien also die seine Telefongesellschaft verschachert, die wiederum ihre ADSL-Techniker als Selbstständige outsourced und die streiken seit Februar. ADSL-Verträge kann man natürlich immer noch und ohne Warnung abschliessen; „schon abgeschickt, funktioniert morgen!“ (Ich hab ziemlich gestaunt, in der Schweiz haben wir vom Telefonsupport jeweils von zehn Arbeitstagen gesprochen). Immerhin soll nächsten Montag jemand vorbei kommen, nach gerade mal zehn Wochen (bezahlen).

Ging mit dem Flieger-Verband (wegen der Versicherung, die vom schweizer Verband ist nur noch in der Schweiz gültig, wenn man im Ausland wohnt …) etwas schneller; weil da kann man nach ein paar Wochen und unzähligen e-Mails und Telefonaten kurzerhand im Büro vorbei … Eine Stunde später hatte ich die Ausweise. Hat der Katalanisch-Kurs zum ersten mal genützt🙂

Das Wetter war leider nicht nur zum Fliegen und so waren wir an einem Wochendende im Vall de Boi. Samstag haben wir uns die ganzen romanischen Kirchen angesehen und am Abend fand eine Art Chienbäse statt, halt etwas weniger organisiert😉 Statt Feuerwehr oder Sanität haben einfach zwei ganz wichtige Polizisten zugeschaut. Sonntag wollten wir auf den Besiberri Nord, wegen der Aussicht. Auf der Karte fehlende Schmelzwasserflüsse haben dem recht früh einen Riegel geschoben, aber der Rest vom Aigüestortes Nationalpark war auch ganz hübsch🙂

Zehn Jahre Pflog

Mai 22, 2015 by

Heute vor zehn Jahren haben wir hier den ersten Beitrag geschrieben :-) Kommt mir laenger vor. Das bedeutet auch, dass ich eine Dekade an Unis verbracht habe. Kommt mir kuerzer vor … Das ist uebrigens der 140. Eintrag. Kommt mir wiederum weniger vor.

Item, wir hatten es die Tage sehr gut, etwas streng. Obwohl wir nicht halb soviele Bars besucht haben, wie wir eigentlich wollten. Die Nachbarn haben nochmal eine Fruehmorgenparty nachgelegt. Die Waschmaschine hat wohl endgueltig den Geist aufgegeben. Der Golf noch nicht, im Moment fehlt ihm nur etwas Kuehlwasser.

Immerhin hatte ich meine erste Erfahrung mit Taschendieben, sonst haette ich gar nichts zum Schreiben. Morgens um halb zwei in einer wirklich vollen Metro. Ich Portemonaie in der Fuedlaetaschae. Sage meinen Freunden vor einem kurzen, aber geschaeftigen Halt adee, guten Moment hat er gewaehlt. Jeder muss leben, Fuedlaetaesche ist eigentlich ziemlich Neinnein und solides Handwerk schaetze ich durchaus — aber dann pfuscht er, ich merke es, drehe mich um, sehe es in seiner Hand, er wirft es weg und ich lese es wieder auf. So weit so gut, aber dann streitet er lautstark alles ab und macht ein riesen Theater. Geht gar nicht. Hat mich richtig haessig gemacht. War zu gluecklich und angetrunken fuer Hauen, aber liebe Taschendiebe: Steht doch einfach dazu!

Ich habe jetzt nur noch eine Bankkarte im Portmonaie und den Fahrausweis beim Autoschluessel. In vollen Verkehrsmitteln wechselt das Portmonaie auch Tasche (und ich erschrecke dann allpot weil es hinten fehlt). Tschuldigung fuer die kurzen Saetze. Kommt wohl von einem Geburtstagsgeschenk.


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