à Ou… Ou… où vous allez – Ouagadougou I

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Der Flughafen hier war so gross, wie zu erwarten war, nachdem mir die Dame in Genf erklärt hat, dass ich mein Gepäck „à Ou… Ou… où vous allez“ abholen könne. Ich bin dann morgens gegen vier in einem Taxi, das mit seinen allerhöchstens fünfhundert Touren alles Fahrende in den Schatten gestellt hat, was ich bis dahin gesehen habe in die Pension gefahren, wo mich die beiden wiener Studentinnen erwartet haben. Dummerweise waren da noch zwei Franzosen und ich war fast gezwungen meine paar Brocken offen zu legen … Die anderen Taxis waren übrigens auch nicht viel besser und deshalb ist der Verkehrt vergleichsweise ruhig 😉
Bald nach dem Frühstück hat es schütten begonnen. Dafür habe ich, bevor ich überhaupt je das Hotel verlassen habe, bereits für Stunden mit zwei Musikern/Guides (eine besonders perfide Kombination, weil das Zeit-Argument weg fällt) gesprochen. Spät am Abend lief es dann auf Batik raus. Das ist hier was Teppiche im Orient – nur geht ohne Waisenhaus und Djembe-Konzert nichts, um den Tee konnten wir uns drücken. Halb so schlimm: das Konzert war gleich um die Ecke (nur passen in eine afrikanische offenbar ein paar gewohnte Ecken) und der Weg über unbefestigte Sandstrassen voller Pfützen, vorbei an Märkten und Ruinen in meinen Augen ganz malerisch.
Auf dem Rückweg kamen wir am abgebrannten Markt vorbei, der vor ein paar Jahren der grösste Westafrikas war. Er wurde nicht wieder aufgebaut und böse Zungen behaupten, dies werde auch nie geschehen, weil man ihn nicht kontrollieren konnte. Jetzt haben sich rundum spezialisierte Märkte gebildet. Fliegende Händler gibts natürlich auch und ich sehe so aus, als ob ich unbedingt einen Säbel brauche, anders lässt sich die Ausdauer des einen Touareg kaum erklären. Die Frage, warum die immer auf mich los gehen, ist hingegen noch offen.
Nachdem die Botschaft von Mali dank der freundlichen Hilfe der österreichischen Botschaft den beiden sofort neue Visa ausgestellt hat, versuchten wir den Bus nach Bobo-Dioulasso zu nehmen. Der Plan ist via Bamako nach Dakar zu fahren, weil sie Mali und Burkina Faso bereits kennen, mir blüht das dann auf dem Rückweg. Nun, der erste Bus fuhr mit der Einen los und liess uns sammt Gepäck stehen. Die Dame von der Botschaft ist dann nochmal aufgekreuzt und so haben wir auch das Geld für das bereits entwertete Ticket zurück und wurden im Botschafts-Landcruiser zur nächsten Busstation gefahren. Beim zweiten Mal hats geklappt und sobald die Temperatur unter 40° zu fallen drohte, haben die Einheimischen alle Fenster geschlossen, damit sich niemand erkältet.
Hier in der protestantischen Mission in Bobo wurden wir mit dem Vorwurf empfangen, die Beiden hätten letzte Woche nicht bezahlt. Sie haben das Geld einer falschen Person gegeben, weil die Frau von der Reception nicht dort war… Das hat sich dann irgendwie erledigt, aber der erste Bus für Bamako morgen ist ausgebucht. Wir werden nun gegen Mitternacht eintreffen, ob und wann wir die Fahrkarten für den Zug nach Dakar erhalten, steht in den Sternen. Viel gesehen habe ich noch nicht, dafür umso mehr erlebt 🙂
Ich habe nun fast eine Stunde geschrieben – die Tastauren hier haben etwa soviel mit unseren gemeinsam, wie die hiesige Nescafe-Werbung voller Hip-Hop mit unserem George Clooney.

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