Georgetown

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In Bakau wollten wir noch Geld wechseln, aber weder die Wechselstube noch die Bank konnte bzw. wollte uns weiter helfen… Dann sucht man sich halt einen Händler der Euros akkzeptiert und zahlt ein Joghurt mit einem viel zu grossen Schein 😉
Gerade als wir fertig gepack hatten, holte uns die Regenzeit wieder ein. Immerhin hielt der Schauer nicht lange und wir konnten einigermassen zeitig starten. Auf der Fähre wollten sie uns noch zwei extra Tickets wegen dem Gepäck andrehen, gab aber nur eine kurze Diskussion. Auf der folgenden Fahrt habe ich mehr Polizeikontrollen passiert, als in meinem ganzen Leben bis dahin. Die meisten wollten nur den Pass sehen, wobei kaum einer den Gambia-Stempel selber gefunden hat. Für den Letzten mussten wir dann noch die Rucksäcke öffne. Es war dunkel, als wir in Georgetown angekommen sind. Ein paar Jungs haben uns zu einem sauteuren Camp gebracht, schlussendlich sind wir beim geplanten Camp gleich daneben gelandet und haben feine Afro-Spaghetti gegessen. Nachdem die Birne gewechselt worden war, gab es sogar Licht in der Dusche – man musste einfach genug auf den Schalter klopfen.
Die Nacht war dann weniger toll. Ich habe zwar weder die bellenden Hunde vor dem Fenster noch die Mücken und Milben bemerkt, aber die Mädchen waren alles andere als begeistert. Als wir Frühstück suchen gingen haben uns die Jungs schon erwartet und wurden immer mehr und immer weniger freundlich. „Wir sind von Georgetown, wir sind reich und wollen gar nichts von euch!“ – trotzdem sind sie uns eine ganze Weile gefolgt und weiter gings mit „Ich kenne Engländer, die sind nicht freundlich – ihr habt die gleiche Farbe und seid böse Menschen!“
Also haben wir uns dann vom Hotel aus ein Boot besorgt, mit dem Ziel Nilpferde zu sehen. Die Verhandlungen waren zäh, aber wir konnten es etwas unter dem Preis aus dem Reiseführer haben. Unterdessen regnete es wieder – aber „no problem, dont worry“ das Schiff hatte ein Tuchdach. Nur Minuten später fuhren wir in einem Boot, das die angeblich benötigten 60 Liter Treibstoff kaum fassen konnte auf dem wunderschönen Fluss Gambia, Schutz suchend in der Mitte des Boots zusammen gepfercht, das Regenwasser überall. Es lief einem innen am Hosenbein runter als ob man in die Hose gemacht hätte, nur kalt. Die Begleiter hatten nichts besseres zu tun als uns zu versichern es höre gleiche auf und werde sicher nicht stärker. Es wurde stärker und hat uns die ganze dreistündige Fahrt begleitet. Es war mein Waschtag, es ist heute noch alles nass. Immerhin haben wir ein paar Hippos gesehen, aber soweit weg dass ich trotz 400er kein Foto geschosse habe.
Im Hotel war immer jemand Tee kochen und wir wurden eifrig eingeladen. Hier wird Grüntee extrem stark noch extremer gesüsst getrunken. Das Kraut wird dreimal aufgekocht und der Tee schmeckt jedes Mal etwas schwächer. Mit Internet wurde es dort nichts – der Reperateur aus dem 10km entfernten Bansang hat es wohl immer noch nicht bis nach Georgetown geschafft.
Bevor wir am nächsten Tag zurück nach Senegal wollten, versuchten wir in Georgetown Fussball-Leibchen für Hannahs Freunde auf zu treiben. Stattdessen haben wir ein Sklavenhaus, dessen Echtheit umstritten ist besucht. Insbesondere Touristen aus ehemaligen Kolonialreichen lassen dort imense Donationen liegen, die dem Schmuck des Wärters an wohl nicht alle zum Erhalt der Denkmäler verwendet werden. Zurück im Hotel gab es einen süss-sauer-salzigen Brei aus Reis, Milch und Erdnüssen zum Frühstück. War zwar speziell, aber eigentlich ganz fein. Es hat uns dann ein Südafrikaner in die Grenzstadt Farafenni mit genommen. Er hat erst laut mit seinem Fahrer diskutiert, der hat dann etwas geschmollt und dann konnten wir gratis mit reiten. Als wir auf die Fähre warteten trug uns der eine Junge vom Hotel noch ein paar Fetzen aus dem Abfall nach, die wir eigentlich nicht mehr wollten und fragte uns mehrmals ob wir nun alles hätten, wir sollten dies doch gleich kontrollieren. Es war recht seltsam und am Abend wurde uns dann klar, was liegen blieb: neuer Bestand minus ein Handy. Wieder gab es endlos viele Kontrollen, die Freude über jede, die nicht bestochen werden musste war gross.
Bei der letzten Kontrolle haben wir dann unser Gepäck gelassen und uns von einem Zöllner ein Restaurant zeigen lassen. Auch hier fanden wir keine roten Fussballleibchen der Scorpions, der Nationalmannschaft von Gambia. Dafür habe ich jetzt eine Taschenlampe, Kopfhörer und immer noch jede Menge Dalasi (Währung von Gambia). Taschenlampe hatte ich noch immer dabei und nie gebraucht, also habe ich sie diesesmal zu hause gelassen. Aber Afrika ist anders. Die Kopfhörer sind unterste Schublade, ich versuche mit guter Musik dagegen an zu kämpfen. Beim Grenzposten war nun keiner der Schürzenjäger mehr und der Uniformierte wollte uns das Gepäck nicht wieder geben. Zum Glück kam dann einer im Fussballdress und liess uns rein.

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