Touba

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Nach der Grenze ging es dann in den üblichen Sept-Place Sammeltaxis weiter. Gegen elf waren wir in Kaolak und dort zum Busbahnhof für Touba. Neben uns war erst ein weiterer Kunde für Touba am warten. Wir beschliessen etwas zu essen und dann zu fahren, was bedeutet hat, dass wir zu viert alle sieben Plätze bezahlen mussten, um nicht zu warten bis es ganz voll ist. Trotzdem wollten die noch Geld für das Gepäck. Das konnten wir ihnen dann zwar ausreden, aber irgendwie waren wir dann doch zu acht im Wagen und Geld zurück gabs sebstverständlich nicht. Der Fahrer fuhr dann noch trotz ettlichen Hinweisen und Versuchen ihn zu stoppen so weit an unserem Hotel vorbei, so dass wir wieder ein Taxi retour brauchten – recht ärgerlich aber alltag.
Das staatliche Hotel hingegen war ziemlich der Hammer. Die Bettanzüge waren wie Leopardenfell gemustert, die Wände rosa, die Decke mit Samt bezogen und es hatte sogar eine Lampe direkt über dem einen Bett mit roter Birne.
Heute haben wir dann Touba besucht, die heiligste Stätte der hier mächtigen Mouriden. Alles was ich über die herausfinden konnte ist, dass ihr Begründer nur gearbeitet habe, ohne zu schlafen. Arbeit sei sehr wichtig für sie. Auf jeden Fall ist er und seine ganze Verwandtschaft in Touba begraben und sein Sohn der aktuelle Führer der Mouriden. Wir fuhren in einem Pickup mit Bänken hinten drin hin, ein paar kleine Mädchen haben uns vor dem doppelten Preis gerettet, ich habe mein Rückgeld aber nicht mehr gesehen. Je näher man der grossen Moschee kommt, umso konservativer wird die Kleidung. Wir gingen dann erst Geld wechseln, der Banker gab uns einen Zettel mit der Telefonnummer von der Polizei mit, es sei sehr gefährlich hier. Polizei sieht man jedoch keine, Militärs auch nicht – hier regieren die Mouriden und geraucht oder getrunken wird auch nicht. Ausserdem ist Donnerstag und Freitag schulfrei, was sich in Unmengen bettelnder Kinder zeigt. Ein Teil der Einheimischen grüsst Weisse mit „bonjour, ça và?“, der andere mit „donne moi argent!“
Die Moschee durften die beiden Frauen trotz Kopftuch erst nicht betretten, ein Rock musste her. Begleitet von einer Horde Koranschülern gingen wir zum Markt. Erst sollte es eine ganze 12-Meter Rolle Stoff werden, wir kamen dann mit zweimal anderthalb meter zurück und wurden herzlichst willkommen geheissen. Die Moschee ist zugleich Grabstädte, in marokanischem Stil aus rosa Marmor aus Spanien und weissem aus Italien gebaut und ein recht eindrücklicher Bau mit mehreren Kuppeln und fünf Minaretten. Zum Schluss wollte der Führer natürlich noch ganz einen Haufen Geld (ungefähr die Miete eines Bungalows), wir gaben ihm die Hälfte, ein weiterer Begleiter hat nochmal einen Drittel davon gekriegt und wir haben uns aus dem Staub gemacht.

Moschee von Touba

Nach einem feinen, traditionellen Essen direkt am Busbahnhof für einen Stutz und einer weiteren, zähen Runde Gepäckpreis-Verhandlungen fuhren wir weiter Richtung St. Louis. Es hat rein geregnet. Der Fahrer war zwar recht grimmig, hat uns aber Erdnüsse angeboten und herzlichst verabschiedet, als wir irgendwo in der Pampa ein Schild zur Zebrabar, einem Camp am Strand 20km südlich von St. Louis, gesehen haben und aussteigen wollten. Wir dachten wir wären in Bandiol. Statt dem erwarteten 2km Spaziergang wäre es eine überteuerte 16km Taxifahrt geworden und wir waren gezwungen doch nach St. Louis rein zu fahren, wo wir in der Jugendherberge einen vernünftigen Preis für zwei Nächte aushandeln konnten.

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