Bobo-Dioulasso

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Gestern war also Bobo dran. Auch hier fallen im Moment vielleicht zehn potentielle Guides auf jeden Touristen, aber sie verstehen Phrasen wie „non merci“ recht gut, im Gegensatz zu denjenigen in Mali.
Die Stadt ist sonst sehr gemütlich, es ist nicht allzu heiss, mit vielen gemütlichen Lokalen und einer lebendigen Künstlerszene. Man kann sogar Ateliers besichtigen, ohne allzu heftig belangt zu werden – Freude und Stolz überwiegen. Es werden vorallem viele Statuen und Masken hergestellt, aus schönen Tropenhölzern und aus Bronze und natürlich Batiken.
Ich bin am morgen gleich zur alten Moschee gegangen. Sie ist zwar ebenfalls im sudanesischen Stil erbaut, aber etwas weniger urchig als die in Djenné, weil mit Farbe statt Lehm überzogen. Auch hier konnten nicht-Muslime längere Zeit nicht rein, weil bei der Rally Dakar 2000 viele mit Schuhen reinspaziert sind. Das Geld der Touristen ist aber auch hier stärker als der Groll …

Moschee von Bobo-Dioulasso

Gleich daneben liegen die alten Quartiere. Ich habe mich ohne Guide auf gemacht und war bald einmal mit einem Dutzend Waisen aus einer Schule eines Schweizers unterwegs. Unzählige Händchen halten, viel Gezupfe an den Häärchen auf meiner Hand und ein paar Ateliers und Strassen später lasse ich mich von einem Typen irgendeiner der zahlreichen Vereinigungen in ihr Batikatelier fahren, um zu sehen wie die gemacht werden. Ausser ein paar Werkzeugen gibt es dort aber auch nichts zu sehen, dafür umso mehr zu kaufen. Diese Assotiationen haben hochgesteckte Ziele – Armut bekämpfen, Schulen für alle und Frauenreche alles gleichzeitig, verlieren aber kein Wort über die Art ihrer Arbeit und legen derart viel Wert auf ihre Dokumente, dass man einfach misstrauisch werden muss.
Zurück in der Altstadt traf ich den einen Musiker-Guide wieder, der mir versprochen hat, mich umsonst rum zu führen. Wir haben gemeinsam die Runde beendet und uns für die Probe seiner traditionellen Musik und Tanz Gruppe verarbredet. Ich bin danach zum Markt gegangen, wo ihnen seit sechs Tagen der Ramadan zusätzlich zur Touristenflaute zu schaffen macht. Das bedeutet zwar dass man im ganzen Markt gesucht und zu irgendwelchen Läden geschleppt wird, aber auch dass man den Preis tiefer runter kriegt, weil sie einfach Geld brauchen. Bei Sonnenuntergang war ich kurz bei der Kathedrale, einer mehr besseren Lagerhalle mit Turm daneben. Ich wurde kurzerhand für den Abt gehalten und gefragt wo ich die kleinen Bibeln hingelegt hätte.

Kathedrale von Bobo-Dioulasso

Nach einem vorzüglichen gegrillten Hühnchen bin ich zu der Probe gegangen. Ich versehe zwar nichts von afrikanischer Musik, aber war jetzt doch fünf Wochen hier und bin nicht ganz um alles gekommen – aber die waren wirklich nicht schlecht. Der Tanz hat sehr anstrengend ausgesehen, ein bisschen wie unter Starkstrom. Sie sind recht ambitioniert, üben fünfmal die Woche und waren bei Wettbewerben auch schon vorne mit dabei. Ich habe Fotos gemacht und werde ihnen beim Webauftritt unter die Arme greiffen, falls ich jemals die Daten von ihnen erhalten sollte. Zurück zum Hotel fuhr ich in einem Taxi mit sehr frommer Radio-Predigt.
Heute abend und morgen früh will ich die Landschaft im Westen erkunden und habe ein Programm, wie man es nach ein paar Wochen hier eigentlich nicht mehr haben sollte … Falls es doch klappt, bin ich Donnerstag in Ouagadougou. Und übrigens 😉 mein Handy hat sich erholt, ich hatte vergessen es aus zu schalten und es hat dann Netz gesucht bis der Akku leer war. Dafür habe ich meinen Hut im Land der Dogon liegen oder stibitzen lassen.

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