Belgrad II

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Wir sind mit Burek, einer Hackfleischwähe, in den zweiten Tag Belgrad gestartet. Weiter mit einem zwölf-Stunden-Sightseeing-Marathon: Kirchen, Museen (das über Tesla ist noch bis zum 16. Juli wegen Bauarbeiten gesperrt) und Titos Grab, mit all den Geschenken der Untergebenen und politischen Freunden. Besonders angesagt sind Staffelhölzer die ihm von allerlei Verbänden und Firmen zugetragen wurden.

Nachtclub auf der Sava

Gegen Abend gingen wir der Donau entlang von Zemun zurück ins Zentrum. Zenum war früher eigenständig und ist heute eingebaut. Es hat aber den ungarischen Charakter erhalten und ist die Heimat des Zemun-Clans, der sich sowohl für die einfache Verhaftung Milosevics, als auch für die Ermordung seines Nachfolgers Dindic, des ersten demokratisch gewählten Präsidenten, rühmt. Ermordet werden gehört sich hier zwar für Staatsoberhäupter – im Museeum zur jugoslavischen Geschichte läuft gar eine Ausstellung über ermordete Regenten – aber hier blicke ich nicht mehr durch … Abends sind wir nochmal raus, Belgrad erwacht erst spät.
Milos hat mir viel erzählt vom Leben in Belgrad. Zum Beispiel dass Händler ohne Lizenz ihre Ware auf Tüchern auf der Motorhaube präsentieren, um im Fall einer Kontrolle schneller vom fliegenden zum fliehenden Händler zu werden und dass es an manchen Tagen der Polizei zu dumm werde und sie dann einfach in regelmässigen Abständen ihre Leute postieren würden.
Auch von den Unis hat er erzählt, man kann wählen zwischen den korrupten und denjenigen für Schnösel. Es zahlt sich für Professoren aus, Leute durch Examen fallen zu lassen dafür „darf“ man sie beliebig wiederholen … Und von der Kirche, serbisch orthodoxe Pfarrer müssen heiraten. Wir hatten gerade zwei Pfarrerssöhne aus seiner Familie getroffen, beides Theologiestudenten. Da habts ihrs, liebe Katholiken 😀
Aber Belgrad ist sehr gemütlich. Die Autos aller Art und Epochen fahren ziemlich anständig, aber geblinkt wird höchstens beim falsch rum in eine Einbahnstrasse fahren oder mitten im Verkehr einfach anhalten. Es fahren auch viele Strassenbahnen, die grünen Trämli sind die alten aus Basel. Überall sind Parks mit Brunnen oder Tanklastwagen mit Trinkwasser 🙂
Um ein Uhr nehme ich den Bus nach Sarajevo. Er fährt erst seit zwei Jahren wieder, vorher war er für vierzehn eingstellt.

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2 Antworten to “Belgrad II”

  1. Franziska Says:

    Hallo Philipp
    Merci für deine Nachrichten. Du hast wieder ein rassiges Reisetempo-man kennt das ja von dir. Es wird wohl heiss sein dort unten, wenn du die Wassertank-Lastwagen extra erwähnst… Siehst du Milosh nochmals? Ich lasse ihn herzlich grüssen. Ich habe einen einsamen Samstag Abend: Hansueli ist am Jodlerfest, Bettina und Simon an der Braderie.
    Gute Reise! mam

  2. Geri Says:

    Ja, ich treffe Milos in etwa einer Woche wieder in Belgrad und dann fahren wir ins Heimatdorf seiner Eltern. Der Plan ist vorher noch etwas Kroatien, nacher Mazedonien und Albanien.

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