Prizren

by

Heute habe ich einen Ausflug nach Prizren gemacht. Habe von gestern gelernt und bin gleich für den zweiten Bus gegangen. Der fuhr dann halt auch nicht und ich musste wieder warten … Vorwärts kommen sie auch nicht, schon Ausgangs Station wird für die ersten angehalten.
Prizren war auch mal Hauptstadt vom serbischen Reich und hat noch immer eine kleine, aber nette osmanische Altstadt, mit einem Silberschmied „Ramadan“, einem alten Hamam und der Sinan Pascha Moschee, die gerade renoviert wird und voller Gerüste ist. Im Eingang hängt eine Übersetzung des Verdikts von Sultan Mehmet II, das die Franziskaner willkommen heisst, solange sie gehorchen. Die UNO renoviert auch ettliche orthodoxe Kirchen. Sie wurden 2004 komplett verwüstet, wie das serbische Quartier am Hügel gleich hinter der Altstadt. Auf dem Hügel hatten schon die Römer eine Befestigung, dann die Serben, Türken und die KFOR. Der Weg geht entlang vieler Ruinen und Stacheldraht, aber die Aussicht ist gut.

Prizren

Hier gibts vorallem deutsche KFOR Soldaten, aber auch Italiener, Österreicher, Schweizer und Türken. Sie haben das bessere Los gezogen, als die Italiener in Peja. Mit paar Geländewagen in die Altstadt brausen, etwas patroullieren, in einem schicken Strassenkaffee etwas trinken gehen und wieder zurück ins Camp Casablanca …
Nachmittag war ich mit Prizren durch und habe mich dann auf Empfehlung eines deutschen KFOR-Soldaten via Internet nach Gjarkova auf gemacht. Dieses Städtchen hats nicht in den Lonely Planet Western Balkans geschafft, aber hat eine schmucke osmanische Altstadt, mit unzähligen Lädeli und Wohnhäsern wo man nur weisse Wände sieht. Ich hab sie erst nicht gefunden und dann einen mit deutschem Kennzeichen gefragt. Sein Kollege hat mich gleich hingestellt. Auf dem Rückweg sind sie fast bis zum Flughafen von Pristina raus gestanden, wohl rund 10 km, und wir haben einen kleinen Umweg durch Industrie- und Landwirtschaftsgebiet gemacht.
Die Kosov@ Post weiss noch mehr zu berichten. Im Kosovo kommen rund fünf Neugeborene auf jeden Toten und davon sterben fast fünf Prozent. Damit ist Kosovo in Sachen Kindersterblichkeit als letztes Europäisches Land auf Platz 144 zwischen Osttimor und Eritrea und für die Mütter siehts auch nicht viel besser aus.

Advertisements

Schlagwörter: , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: