Kruja

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Gestern abend war ich mit einem Amerikaner, der in Genf für UNMIK arbeitet und einem pensionierten Lehrer aus London im Kunstmuseeum. Abgesehen von einer kleinen Präsentation von Abschlussarbeiten einer Uni für Architektur und katholischen Ikonen (die haben mehr Gold und weniger Dunkelblau) sind vorallem Werke des sozialistischen Realismus ausgestellt. Wunderbar 🙂 Wir mussten danach auf die Pyramide des ehemaligen Hoxha-Museeums steigen und runter rutschen. Bei den einheimischen Kinder sieht das ganz kontrolliert aus — aber die wissen im Gegensatz zu uns auch wie bremsen … Danach haben wir im Skytower etwas getrunken, da hat man tolle Aussicht und die Terasse dreht sich einmal pro Stunde rundum. Schon der Lift hoch bot prächtige Aussicht.
Heute morgen bin ich früh nach Kruja gefahren, dort stand das Schloss von Skanderbeg. Er war in der osmanischen Armee und als die Serben eine Schlacht gewannen desertierte er mit seinen Mannen, gelang durch eine List in die Festung und beflaggte sie mit seinem Familienwappen, dem Adler auf rotem Grund, der nun Landesfahne ist. Er starb an Malaria. Es war recht früh, wenig Leute unterwegs. Ein alter Mann kam auf mich zu, wollte wissen woher ich bin, schüttelte meine Hand und wünschte mir auf Italienisch alles Gute. In den weit läufigen Stadtmauern sind ein Hammam, ein Tekke, ein ethnologisches Museeum und ein durch und durch pathetisches Museeum zu Skanderbegs Ehre zu sehen. Riesige Wandbilder, wo Illyaren Römer und Albaner Osmanen abschlachten, obwohl beide Kriege verloren gingen … Daneben Replikas seines Helmes und Schwertes, Bilder und Bücher aus aller Welt mit Bezug zu ihm. Durch das ethnologische Museeum wurde ich von einem wirklich kompetenten, älteren Herr geführt. In dessen Harem ist ein Wandbild von Ringern 🙂 Beim Verlassen der Altstadt habe ich bemerkt, dass ich entweder vor oder mir der Junge einen Weg neben der Kontrolle rein gezeigt hat, da wurden Billette verkauft.

Skanderbegs Burg

War nochmal beim Schweizer, er hat immer noch keinen Käse. Dafür hat mir der pensionierte Lehrer etwas Emmentaler aus einem Supermarkt gebracht, wunderbar 🙂 Morgen fahre ich nach Berat, eine Stadt im Süden in den Bergen. Von dort aus der Küste entlang runter bis ich genug habe und dann mit der Fähre via Italien nach Hause.
Am Rande, es gibt eine sehenswerte Stern.de Fotostrecke Wie ich den Balkan-Krieg erlebt habe von Uli Reinhardt.

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2 Antworten to “Kruja”

  1. Hansueli Says:

    Hallo Philipp
    Unser Kühlschrank ist (fast) voll Käse – oder herzlich willkommmen zu Hause 🙂 Gute Reise!
    Du machst ja interessante Begegnungen in einem Land, das ich kaum kenne. Vor 40 Jahren war uns der Mond näher.
    Im Gwatt war der pflog gesperrt – wegen nudity. Strenge Bräuche.
    Morgen früh ruft mir wieder das Büro.
    Machs guet! Pa

    Übrigens: Ein Museum ist kein See, in dem die Musen baden! Gruss mam

  2. Geri Says:

    Jaja, ich habe sogar Freude an solchen Kommentaren 😉

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