Hampi

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Hampi ist ein Dorf, weg von der klebrig heissen Küste, im eher durstig heissen Landesinneren Südindiens (Agra war am durstigsten). Morgens badet das ganze Dorf – Tempelelefant inklusve – bei den Gahts am Fluss. Die letzten Tage war dann doch ein Festival, es war alles voll Pilgerern. Aber die schlafen draussen und kriegen Essen gratis (wir wurden auch gleich eingeladen — aber ohne Übersetzer hätten wir den älteren Herrn nicht verstanden), so haben wir doch Unterkunft gefunden. Wir haben auch ein paar Rituale gesehen und etwas Farbe abgekriegt … Viele Herbergen und Restaurants sind hier sehr familiär und morgens sitzen alle da, bereit zum Rätseln, was denn nun das Bleichgesicht wollen könnte. Auf das rein vegetarische Essen (für Fleisch und Alkohol müsste man den Fluss überqueren, Hampi ist zu heilig) muss man meistens läger warten, weil die Zutaten erst eingekauft werden müssen, und zum Abschied überreicht einem die analphabetische Grossmutter voller Stolz eine Visitenkarte 🙂

Wagen

Die Region wird seit Jahrtausenden bewohnt, aber vorallem im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert war hier das mächtige Hindu-Königreich Vijayanagara. In dieser für die Hindu-Mythologie wichtigen Gegend wurde ein Bollwerk gegen den Islam errichtet. Ob hier nun eine halbe oder mehrere Millionen gelebt haben, gehen die Meinungen auseinander — es ist aber eine riesiges Gebiet voller Ruinen. Diesen sieht man an, dass sie in nur zwei hundert Jahren gebaut wurden, sie sind nicht sehr detailiert geschmückt, dafür zusammenhängend und intelligent in die Umgebung eingebaut. Es gibt gar einen Wassertank, der das ganze Jahr über voll ist.
Die Überresten wurden erst in den achziger Jahren entdeckt. Ein an den Ausgrabungen beteiligter Architekt und Stadtplaner hat uns die letzten Tage zielstrebig rumgeführt. Für die angehenden ArchitektInnen war wohl vorallem die Vielfalt der Räme interessant. Von kleinsten Guru-Zellen in Höhlen, bis zu grossen, aber irgendwie filigranen Tempeln haben wir alles gesehen.

Um Hampi

Die ArchitekturstudentInnen sind jetzt aber weg und mir sagt die Landschaft mehr zu. Ich könnte noch Tage in den Reis- und Bannanenfeldern, mit den rötlichen Felsbrocken und Kokospalmen drin, verbringen. Auf den Spaziergängen findet man wirklich seine Ruhe und ich habe auch schon mehrere Eisvögel gesehen! Eigentlich hätte ich mich eingelebt — der neue Hut hat jetzt auch Salzränder, ich habe soviel Bart, dass mich die Barbiere in Ruhe lassen und die kalte Dusche fühlt sich auch so an — aber nächste Nacht fahre ich mit dem Bus zurück nach Mumbai und übermorgen früh bin ich zuhause.

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