Oslo-Finse-Bergen

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Nach einem riesigen Grönland-Kebab und einem letzten Spaziergang entlang der Akerselva, die quer durch Oslo Drogenmarkt und In(dustrie)viertel fliesst und fällt haben wir in aller Herrgottsfrühe den Zug nach Bergen bestiegen, stilsicher in der ersten Klasse (vielleicht werden wir wirklich langsam alt — aber es war billig und sonst gibt es in Norwegen überall nur eine Klasse), Pappbecher-Kaffee inbegriffen. Überhaupt haben wir noch nie soviel Take-Away Koffein gesehen wie hier. Ist auch kein Wunder, die Morgendämmerung geht hier klammheimlich in den Sonnenuntergang über …

Minarett

Was als schönste Zugfahrt Europas gelobt wird, hat natürlich im Nebel angefangen. Man hat gerade mal paar Birken und Tannen mit wenigen Häusern und Siedlungen buchstäblich dazwischen gesehen. Plötzlich ein Tunnel und auf der anderen Seite perfektes Wetter, tiefblaue Seen und strahlend gelbe Birken — definitv schon Kitsch 🙂 Mit zunehmender Höhe wurden die Bäume immer nackter, dann verschwanden die Birken und Zum Schluss wuchs ausser Skiliftmasten nichts mehr über die Flechten und das Moos hinaus.

Finse

Beim höchsten Bahnhof Skandinaviens, Finse auf 1222,2 m.ü.M (gääähn) sind wir ausgestiegen und mussten als echte Schweizer den erstbesten Berg besteigen. Immerhin war die Aussicht auf den sechstgrössten Gletscher Norwegens ganz toll. Man ist dort oben so stolz, dass diese Zahlen sogar auf Englisch durchgesagt werden, ansonsten ist Norwegen im Vergleich zu Dänemark nicht gerade International … Aber dafür entschädigt die Sprache auf jeden Fall. Zum Beispiel gibt es in Bergen einen Frisör Horfixör, das Spital heisst noch Sjukenheim und ein kaputtes Klo ist im Rustand.
Item, bis Bergen ging es wieder umgekehrt runter, also erst Tannen, dann nackte Birken … bis und mit dem Fjord. Bergen hat ziemlich viel Schickimicki für eine Studentenstadt. Am Meer gibt es eine herrliche Holzhäuserreihe, wie im wilden Westen, mit UNESCO-Stempel.
Ausserdem ist Bergen von Bergen umgeben, auf einen davon mussten wir natürlich hoch. Bei der Bahn herrschte Hochbetrieb, die Leute wollten endlich mal wieder an die Sonne. Zum Glück ist es zum Wandern nicht weit und gibt es eine nette Wanderkarte, mit farbigen Wegen und so. Leider ist dann oben nichts mehr farbig und die Worte auf den Wegweisern sucht man auch vergeblich auf der Karte … Dafür wäre die Loipe bis um 23 Uhr beleuchtet! Wir sind uns mit unseren Bergschuhen etwas übermotorisiert vorgekommen, aber etwas abseits der Kinderwagenbahnen waren wir sehr froh, so eine Regenperiode geht nicht ganz spurlos an einem Moorgebiet vorbei …
Auch kulturell ist einiges los in Bergen, es war gerade eine grosse Munch-Ausstellung dort und wir haben uns noch einen letzten Schrei angesehen, bevor wir die Fähre nach Vik genommen haben, obwohl das Güetzi an der Touristeninformation gemeint hat, da würden keine mehr hinfahren 🙂

Die Rückreise war ebenbürtig, gibts aber ein andermal … Wir sind unterdessen in Stockholm und gehen jetzt pennen 🙂

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