Stockholm

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Nach einer kurzen Nacht zuhause im angenehmen Budget Hotel Oslo haben wir im Zug die Reichsgrenze überquert und sind in Stockholm gelandet. Norwegen mag zwar mit dem Frauenstimmrecht auch schneller gewesen sein, als wir in der Schweiz — aber im Zug war die Rollenverteilung noch klar: Mann wird Kondukteur, frau serviert in der Kaffeteria. In Schweden sehen sie das etwas lockerer, vielleicht weil die Uniform ohne Hut auskommt? Ausserdem sind im Heimatland von Ericsson Klingeltöne in voller Lautstärke salonfähig …
Stockholm ist höchstwahrscheinlich schwedisch für arschkalt. Die königlichen Wachen hier sind wirklich nicht zu beneiden und sie haben nichtmal eine Bärenfellmütze. Immerhin dürfen sie sich etwa alle zwei Stunden abslösen und dabei ein bisschen träberlen. Herzig. Auch herzig ist nach wie vor die Sprache, sogar spanische Touristen können sich amüsieren. Wir waren im Karamell-Affären-Laden, weil es dort bei den Nyheter schwarze Ragusa gab 🙂
Wir sind hier in einem sogenannten Best Hotel, wo man sich Bettwäsche (wenigstens stilsicher von IKEA ;-)) mieten muss, Hygiene-Regeln. Die Betten schaut man sich trotzdem besser nicht zu genau an, nützt herzlich wenig. Und die an der Reception scheisst es offensichtlich auch ziemlich an.

Schwedischer Königspalast

Sonst ist Stockholm sehr nett. Hübsche Altstadt, auf einer kleinen Insel, mit kleinen Gässchen. Voller Souvenierläden und sogar in der Schweizer-Konditorei hängen mehrere Bilder von der Hochzeit der Prinzessin. Bestes Wetter, trotzdem saukalt für Sightseeing. Gestern haben wir im Wesentlichen im Vasa-Museum verbracht. Die Vasa war Stolz der königlichen Marine und sank 1628 direkt vom Stapel. 333 Jahre später wurde sie gehoben und weil das Wasser hier zuwenig salzig für Holzwürmer ist, sieht sie noch ganz toll drein. Anhand der prunkvollen Schnitzereien wird einem erklärt, wie die Leute damals gelebt haben und wie der König auf dem Kontinent gekriegert hat.
Stockholm hat auch Erstaunliches zu bieten, noch nie habe ich einen Obdachlosen in MBT-Schuhen gesehen oder neben einem im Internetkaffe gesurft. Ausserdem ist bei McDonalds mindestens die Hälfte ergraut — ohne Grosskinder dabei zu haben! Unterdessen stehen Teenies um ganze Strassenblöcke für Autogramme vom Schwachström-Sänger Håkan Hellström an.
Heute fuhren wir im Archipel rum, saumässig kalt wars auf dem Schiff, aber schön. Ansonsten kann man hier vorallem Hippster beobachten, je näher das Wochenende kommt, desto mehr solche Wochenendausflügler kommen an. Schnäuze und geschleckte Frisuren sind angesagt, lärmige Nächte in der Herberge die Folge. Und wir fahren gleich zurück nach Kopenhagen, weg von den Reichstelefonkabinen zurück zu den lustigen Velohelmen 🙂

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