Essen

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Gestern war in der Bar unter meinem Schlafzimmer ein Geburtstag, zumindest wurde alle paar Lieder wieder etwas mit der Happy-Birthday-Melodie angestimmt. Dazwischen Sierra-Madre (dini …) und Cantare (o nid besser), also habe ich die Flucht ergriffen.Hier ist unterdessen warm. Und das bedeutet voll Touristen (und Sonnenbrände :D). Dichtestress beim Morgestraich ist ein Kinder********* dagegen. Immerhin war gestern der erste Tag, an dem ich kein Schweizerdeutsch gehört habe (im Gegensatz zum Abstimmen können wir offenbar noch Ferien machen). Ich bin dann im Gracia gelandet, einem Dorf das von der Stadt verschluckt wurde. Es habe seinen Charakter beibehalten — ich kann mir aber schlecht vorstellen, dass es da vor hundert Jahren auch schon nach Räucherstäbchen, Reformhaus und Vollkorn-Zigaretten gerochen hat. Auf der Suche nach einer 25’000er Organya-Karte wurde ich vom Sportgeschäft zu einer Buchhandlung geschickt. Nach der Beschreibung bin ich bei einer Buchhandlung, die auf Engel spezialisiert ist gelandet. Paar mal davor hin und her getigert, dann entschieden dass die kaum so etwas Weltliches führen werden und siehe da, 10 Meter weiter war eine sehr gute Reisebücherei. Auf jeden Fall sehr malerisch und man kann erst bei Mushi Mushi Kleider kaufen und dann im La Trini etwas essen gehen 😉

Genau, eigentlich wollte ich über Essen schreiben. Spanien sei das europäische Land, das am wenigsten Brot esse. Nicht wirklich erstaunlich. Es gibt im Prinzip Baguette in allen Formen und Farben; Faustregel: je exotischer das Äussere, desto weniger frisch das Innere. Ausnahme-Bäckereien bestätigen die Regel (und seien angeblich im Kommen, natürlich vor allem im Wullesöckler-Quartier Gracia). Dafür kann man bei Schinken nichts falsch machen, Käse ist auch sehr gut. Ich hatte zum Beispiel französischer Emmentaler-Verschnitt, ganz anständig. Parmesan, Gerierzer findet man. Spanischer Käse ist auch fein, vielleicht etwas weniger Abwechslungsreich und etwas sauer.

Schokolade ist hier flüssig und sehr heiss. Darin tunkt man Xurros, frittierte, „längliche Krapfen mit Sternquerschnitt“ (Wikipedia). Im Moment eine super Sache, März ist wohl der spanische April und es kann noch saumässig kalt werden … Mitgebrachter Schokolade ergeht es noch roher — die verdampft im Büro regelrecht 😉

Ansonsten isst man hier öfters mehrere, im Extremfall „Tapas“ ausschliesslich, kleinere Gänge. An sich sympathisch, aber bietet Potential zum Ausufern … Letztens gab es in der Mensa triefende, frittierte Kartoffeln mit Würstchen und Spiegeleiern zur Vorspeise, dann so ein Kartoffelstock, der nicht Kartoffelstock war und dafür umso salziger, mit Tintenfisch gefüllt mit Hackfleisch, Meeresfrüchten und Oliven. Tja, manchmal fragt das Leben ob man ein Mann oder ein Schmetterling ist und dann kann man sich halt für den Rest vom Tag nicht mehr bewegen …

Man kann aber auch sehr fein auswärts essen. Insbesondere am Mittag zu vernünftigen Preisen, da gibt es eigentlich überall Menüs. Typisch katalanisch sei die Kombination von süss und salzig. Neben dem Lokalen gibt es auch Exotischeres, zum Beispiel Empanadas (leider habe ich noch keine Frittierte wie in Chile gefunden) oder im Steakhouse, wo ein Pole vom Institut zu seinem Essen nur gemeint hat „I ordered medium, this is large!“

Zum Trinken bin ich noch nicht so fest gekommen — das konnte auch das Barcelona Beer Festial nicht ändern, um ein ganzes Museum Schlange stehen geht dann doch nicht (und der Rugby-Spieler vom Institut war schon drin). Die in der Bar offenbar auch zuwenig, sonst hätten die heute morgen um zwei nicht mehr singen können …

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