¿Spanisch?

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So, nun bin ich also bis und mit beim Hausarzt-Zentrum angemeldet. Es fehlt nur noch ein (natürlich freiwilliger) Antrag auf schnellere Verlegung meiner Residenz nach Spanien, denn hier kommen alle Zuziehende in den Genuss von pauschalen 25% Einkommenssteuern während den ersten sechs Monaten. Fast das Doppelte von dem was danach für mich fällig wird … Da könnte vielleicht sogar Zug noch etwas lernen?

Apropos lernen, heute über den Mittag hatte ich meine erste Spanisch Lektion, um meine scheuen Efforte mit Comics, einem mehrsprachigen Museums-Katalog zu kontemporärer chinesischer Photographie und Filmen zu unterstützen. Ich könnte nun mit allem drum und dran sagen, wie ich heisse. Aber war trotzdem lustiger, als alleine ein Buch zu studieren.

Aber leider ist das wohl zwecklos, weil meine Motivation noch nie kleiner war (und das will etwas heissen). In den paar Wochen hier gab es noch keine Situation, wo ich gerne Spanisch gekonnt hätte, hingegen schon viele, wo ich ganz stolz war, dass ich keines kann 😉 Während in Läden zumindest die etwas Jüngeren mit „a little bit“ auf die Frage nach Englisch antworten, heisst es auf Ämtern erst mal grundsätzlich „No“. Manchmal kommt dann später trotzdem was, wie zum Beispiel „How long you stay here?“ Da die Damen meine Aufenthaltsbewilligung von Ende März vor sich hatten, antwortete ich auf die nicht gerade eindeutige Frage mit “ ich werde ein paar Jahre bleiben, vielleicht“. Darauf war sie ganz entsetzt, ein paar Jahre hier und noch kein Spanisch? Ich dachte mir nur „drei Erwachsene und nur Spanisch.“ und war sauer für den Rest vom Tag …

Überhaupt ist hier Spanisch ein zuverlässiger Prädiktor für ein bisschen Stimmungsschwankungen. Die übermotivierte Erasmus-Studentin, die nicht wahrhaben will, dass an ihrem Tisch eigentlich niemand wirklich Spanisch kann und dafür alle dieselbe Muttersprache hätten. Oder neue Wissenschaftler am Institut, die gerademal ausschliesslich „si“ und „no“ können und das dafür umso exzessiver von sich geben, wenn sie Einheimische auf Englisch schulen müssen, weil man mit keinen zwei Wörtern extrem viel zu Arbeitssicherheit sagen kann.

Diese Schulung war übrigens auch völlig unterirdisch. Offenbar sollte man sich in Spanien Bürostuhl und Arbeitsplatz so einrichten, dass man sich den ganzen Tag ja kein bisschen bewegen muss. Und im Notfall soll man die Treppen in Inneren des Gebäudes benutzen, mit den dicken Türen, die nur mit Batch aufgehen und ja nicht die übersichtlichen Treppen draussen, die sind nämlich kein Notausgang. Klar.

Dummerweise wäre es ab und zu schön Katalanisch zu verstehen … In Organya. Oder mit den Freunden von dem Kollegen der hier aufgewachsen ist. Leider haben wir letztes Mal gegen Real schlecht gespielt und verdient verloren 😉

Somit hätte ich ein Ziel, der Weg liegt aber noch völlig im Dunkeln. Es gibt zwar ein paar online Kurse, aber wenn da drei verschiedene Sätze für „Wer bist denn Du?“ stehen, kriege ich eine Krise — das habe ich wohl in keiner Sprache jemals brauchen können … Bier bestellen würde zwar hinten im Reiseführer stehen, brauche ich auch nicht zu lernen, dafür reichen meine Pfoten bestens. In einer Buchhandlung habe ich einen Lehrgang für Erwachsene gefunden und zufällig bei einem Lückentext aufgeschlagen. Mal abgesehen davon dass ich schon als Kind bei sowas kotzen musste, sollte man da ein einziges Adjektiv jeweils in männlicher oder weiblicher Form einsetzen …

Nachtrag: Das Mail mit den „Homeworks“ ist direkt im Spam gelandet — Google kennt mich wirklich langsam zu gut …

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