San Jordi

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Letzten Mittwoch war noch San Jordi, der Tag des Schutzpatrons und somit wichtigster Feiertag Kataloniens. Abgesehen von der nicht sehr emanzipierten Legende über die Prinzessin, die sich vom heiligen Georg vor dem Drachen retten lassen musste (wie meine Politik studierende Mitbewohnerin Zähne knirschend bemerkt hat), ein sehr schönes Fest. An jeder Ecke werden Rosen verkauft und die darf jedeR jeder schenken (und da dran hatte sie dann doch Freude). Ausserdem ist Barcelona die Druckzentrale Spaniens und da die Büchereien auch etwas von dem Fest haben wollen, schenken auch noch alle allen Bücher 🙂 Sie sagen natürlich es wäre wegen dem Todestag Shakespeares und Cervantes und die UNESCO geht ihnen noch auf den Leim … Item, überall gibt es Bücher zu kaufen, eine lange, lange Strasse ist total voll Stände und völlig verstopft mit Einheimischen. Wusste gar nicht, dass es so viele gibt …

Ich bin unterdessen in Norwich eingetroffen, wo ich in den nächsten vier Wochen mit einer weiteren Art mathematischer Modelle vertraut werden soll. Saukalt ist es hier, war in London weniger. Trotzdem hat der freundliche Bahnhof-Mensch etwas von „einfach nur ein bisschen wärmer sollte es sein“ gemeint, nachdem er mir das mit den Zügen erklärt hatte 😉 Der Vordere war weniger freundlich; auf dem Flughafen wollte ein kahl geschorener, grimmiger, schwarzer Grenzwächter mit Narben im Gesicht etwas über den Aufenthalt meiner schlecht rasierten Wenigkeit im Königreich plaudern …

Das Institut ist ziemlich im Seich draussen. Bin am Bahnhof in den erst besten Bus gestiegen, der hat gemeint er nehme mich bis ins Zentrum mit und wollte auch kein Geld haben, hat dann aber vergessen mir zu sagen wo umsteigen und einfach Feierabend gemacht. Bin ich halt auch ausgestiegen und habe sogar den Richtigen erwischt, mal zum Spital. Dort wieder in die erst beste Türe, nachfragen. Hinter mir kam ein Beton-Spezialist rein, hat gemeint er müsse da vorbei und nehme mich mit. Er fuhr erst zum Lieferanteneingang, lässt die Scheibe runter und „You workin‘ here, mate?“ gerufen. Darauf hat uns der behäbige, geschniegelte, ältere Herr erklärt wo der Empfang ist. Gibt nur Lads, Mates und Chaps hier. Bisschen wie im Wallis, eigentlich sollte ich alles verstehen, manchmal geht trotzdem nichts und muss mich die ganze Zeit zusammenreissen nicht einfach los zu brüllen 😀 Komme mir auch sonst noch völlig wie im falschen Film vor. Die Fahren verkehrt und stecken schon kleine Kinder in Schuluniformen, und zwar mit Krawatte …

Baum

Ich wohne in der Personalunterkunft des Spitals; nur paar Kioske, Bier unauffindbar. Vielleicht besser so, nach Barcelona bin ich nicht mehr so trainiert … Im Büro steppt auch nicht gerade der Bär; abgesehen von mir sind keine Studierenden da — ich fürchte ich werde viel lernen hier 😉

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