Sommer

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Im Moment gerade fühlt es sich an, als ob der Sommer vorbei wäre — ich trage seit Ewigkeiten mal wieder lange Jeans. Unterdessen giesst es auch noch wie aus Kübeln, meine Laptop-Lautsprecher kommen fast nicht an …

Aber im August hatten wir schon paar wirklich heisse Tage. Auf der Arbeit (und allgemein wo gearbeitet werden sollte) ist ziemlich tote Hose. Die Bevölkerung wurde Ende Juli gefühlt komplett gegen Touristen ausgetauscht. Hier in Barceloneta, dem ehemaligen Firscherdorf, demonstrieren die Verbliebenen sogar fast jeden Tag gegen Touristen. Wohnungen würden illegal vermietet und der Lärm sei unerträglich …

In den letzten paar Wochen war zwar sogar für mich Durchschlafen kaum mehr drin; auf der anderen Seite nerven mich die extrem reduzierten Öffnungszeiten fast mehr. Eine meiner Lieblingsbars ist den ganzen August geschlossen. Touristen sind wenigstens berechenbar, haben keine Ahnung von den Hintereingängen der Metro-Stationen und stinken nicht. Manch älterer Herr nimmt es hier mit dem Waschen nicht mehr so genau (und ich meine jetzt nicht Obdachlose, die sind verhältnismässig sauber). In unserem Haus scheinen zwar nur freundliche und ruhige Leute zu wohnen, aber hier wohnen durchaus nicht nur brave Lämmlein. Die übelste Nacht war immer noch das Geburtstagsfest in der Bar unter meinem Schlafzimmer, während dem Ramadan war bei den muslimischen Nachbarn jeweils nach Sonnenuntergang ziemlich was los und zwei Herren schreien sich fast jeden Abend eine Stunde lang quer durch die Strasse an …

Die Quartierfeste sind dafür weitgehend in einheimischer Hand. Diese Woche war Gracia dran, ab morgen Sants. Ist ein bisschen wie Fasnacht, nur werden hier die Strassen und Plätze garniert. Hauptsächlich mit Recycling-Material, bunt und phantasievoll, meistens mit Bar, Bühne und paar Tischen, wo sich die Nachbarschaft trifft. Bisschen Guggenmusik, vor allem Trommeln, gibt es auch, begleitet von Riesen, „Correfocs“ — Tänzern, die im Chienbäse-Stil Feuerwerke über ihren Köpfen schwingen — und Ambulanzen, denn die Feuerwerker waren diabolisch verkleidet und definitiv auf Konfrontation aus.

Daneben gab es eine Ruta de Vins, an einigen dieser Bars konnte man jeweils einen Wein probieren. Bei jeder Station gab es auch noch eine geführte Degustation, falls man sich rechtzeitig einen Schluck der zwei Flaschen ergattern konnte und mal wieder etwas über Wein anschauen hören wollte … Item, der Weisse war dermassen langweilig, dass ich gefragt habe, ob sie denn an einer anderen Station vielleicht einen etwas anderen hätten, so ein bisschen in Richtung Riesling oder ein weisser Rioja? Da habe ich mir völlig den falschen Finger verbunden — NEIN, NEIN, NEIN, das wäre eben etwas ganz anderes, so katalanischer Wein! Immerhin hat sie von sich aus nachgeschoben, dass die vorgestellten Weine doch sehr „jung“ wären … So ist die Hoffnung noch nicht ganz gestorben 😉

Ausserdem wäre ich unterdessen provisorischer Besitzer eines Autos. Aber davon Berichte ich ein anderes mal, wenn das Wetter einen Ausflug erlaubt und der ganze Papierkrieg erledigt ist …

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