Madrid

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Wegen einer Konferenz war ich etwas in Madrid. Hier gehen die Leute aus dem Weg, wenn man Fotos machen will und es wird konsequent Spanisch geantwortet. Immerhin verstehen die meisten etwas Englisch und sprechen recht klar. Sie seien viel offener hier, als in Barcelona. Dafür gehen sie einfach durch einen durch. Sehr sorgfältig gekleidet, aber furchtbar altmodisch. Hoffe das ist nicht der nächste Trend … Hoffentlich setzen sich auch gesponserte Metro-Linien nicht durch. Nägschter Halt Organe Bäreplatz, nei merci.

Uhren

Vor der Konferenz waren wir noch etwas reduziert, weil manche noch auf ihre Fliegen aufpassen mussten. So habe ich versucht, mich noch etwas zu erholen. Nicht ganz einfach, im Hostel läuft so einiges und Vereinzelte tanzen bis gegen Mittag vergnügt neben ihrem Ghettoblaster in den Strassen 😉

Samstag haben wir uns das Nationalmuseum gegeben. Voller alter Meister. War Dank der Königshäuser recht international und hatte auch paar Sachen, die mir gefallen haben. El Greco oder Szenen aus Werkstädten, wie man sie sonst eher aus der Sowjetunion kennt, als aus dem Mittelalter. Auf einem Bild von Rubens schmieden sie Blitze für Jupier. Ziemlich klassisch, bis auf den Blitz, voll „->“, wie in einem Comic. Und dann war da noch Hieronymus Bosch, hier als el Bosco bekannt. Viel Phantasie, Farben und Ironie — wie es sein muss 🙂

Sonntag der nächste Nationalfeiertag. Erfrischend wenig Fahnen, dafür umso mehr Militär. Habe sogar den König zur Parade fahren sehen. Aber eigentlich haben sie schon vor allem gemacht, was Soldaten am besten können: gewartet. Mit bisschen Männchen schlagen, rumdrehen, riegeln und singen. Irgendwann durften sie dann mit ihren Santana Land-Rover-Kopien vorfahren und die den Franzosen abgekupferten Legionäre hinten drein rennen. Dazwischen marschierten jede Menge Truppen, bis mit Skiern. Durfte ich mich für einmal nicht allzu deplaziert fühlen, mit meiner Skijacke 🙂 Die mussten am meisten Viva Espana schreien. Ein Schelm wer denkt, weil alle aus den Pyrenäen dort landen?

Guardia Civil

Dann wieder die volle Dröhnung Kultur: Gusgus, Brauerei, Microtheater, Jazz. Herrliches Bier machen die Deutschen auch hier. Die Theater waren in den kleinen Kellerabteilen einer ehemaligen Metzgerei und dauern jeweils eine Viertelstunde. Erst ein Beziehungsdrama, nur das Fluchen verstanden, dann eine schockierende Geschichte und darauf ein lustiges Stück über einen Kunstraub im Haus eines Schlafwandlers. Jazz war an Xavis Geburtstag, sein Cousin hat gespielt.

Maureen Choi Quartet

Die Konferenz war ganz inspirierend, gegen Ende etwas gar viel Selbstbeweihräucherung. Zum Glück haben die Stammzellen-Vorträge ein paar Nischen für weitere Museen geboten 😉 Dann im Zug mit fast dreihundert Sachen zurück heizen und ab an die Postdoc Retreat. Überraschung: Kaderstellen (und interessante Stellen an Neuen, geheimen, Projekten) werden oft gar nicht ausgeschrieben und dafür schauen sich Rekrutier ohne Ahnung als erstes die Lebensläufe an, entsprechend wichtig ist Networking und Sichtbarkeit.

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