25 Jahre Mauerfall

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Zum fünfundzwanzigsten Jahrestag des Mauerfalls letzten Sonntag verbrüderten sich hier Kommunisten mit den Christkonservativen. Aber nicht etwa um Grenzen nieder zu reissen, ganz im Gegenteil … Während Erstere mit keiner Handvoll Prozenten in der Bedeutungslosigkeit rumdümpeln, sprangen Letztere erst vor wenigen Jahren auf den Separatisten-Zug und politisieren ziemlich deckungsgleich mit den Populisten in Madrid — bis und mit Korruptionsskandal. Dieser Schwenker hat sie kurzfristig von zwanzig auf fünfzig Prozent der Stimmen gehoben, in Umfragen sind sie wieder unten.

Die Konsultativ-Abstimmung zog auch noch Seperatouristen aus der ganzen Welt an. So standen progressive Basken und Schotten Schulter an Schulter mit Lombarden (die Wiege der Lega Nord, habe ich vorher auch nicht gewusst, die nur Rechtskonservativ schimpfen ist wohl Schönfärberei) vor dem Parlament. Meine neue Mitbewohnerin aus Glasgow (die auch nicht better together dachte) und ihre Freunde haben versucht mit ihren Landsleuten zu sprechen, aber die waren offenbar nur zum Verarschen hell genug …

Kurz davor mussten wir uns wegen gemeinsamen Bekannten auch noch einen Abend mit Hardcore-Katalanen abgeben. Zum Glück in einer guten Cerveceria 😉 Gar kein Durchkommen — trotz meiner Village-Cred (Heimatort Adelboden) und detaillierten Kenntnisse seiner Heimat (Organya 😉 ). Erstaunlicherweise sind die dort oben eigentlich gar nicht so nationalistisch, die Separatisten-Hochburg ist zwischen Küste und Bergen. Obwohl sie auch dort erstaunlich durchmischt sind (oder kennt jemand wen mit einem Elternteil aus Zürich?). Meine hiesigen Freunde sind dermassen bilingual, dass sie unmittelbar nach einem Gespräch nicht wissen, ob sie nun Katalanisch oder Spanisch gesprochen haben!

Mich würde dann noch interessieren, was die Katalanen mit ihren Minderheiten so im Sinn haben. Artur Mas, aktueller President: „If the majority wants […] the minority have to accept […]“ (zwar schnäderfräsig aus dem Kontext gerissen — aber er hats verdient). Spricht man sie auf Valencia an, werden sie richtig aggressiv, das wären denk Katalanen und basta! Im Val d’Aran auf der anderen Seite des Pyrenäenkamms, das damals den Franzosen schlitzohrig abgeluchst wurde, haben sich gerade mal 8,5% an die Urne begeben — was sie eingelegt haben wollte dann niemand so genau bekannt geben …

Ich hätte übrigens auch Abstimmen dürfen, nur war ich als Teil einer globalen Sklaven-Elite zu fest mit Betteln beschäftigt. Immerhin sind wir ganz zufrieden mit dem Projektvorschlag — hoffentlich wird da ein Stipendium draus 🙂

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