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Detroit

März 19, 2017

Freitag Mittag war die Konferenz vorbei. Xavi und ich haben uns den Rückflug ab Detroit eingerichtet und gingen einen Wagen mieten. Den kleinsten den es gab, einen Toyota Corolla. Die Frau am Schalter wusste nicht wie man in die nächste Grosse Stadt kommt (I live around the corner and don’t get around much), dafür konnte sie uns sagen was unsere Versicherung abdeckt: anything you crash into, but not our vehicle. Als ich nochmal zurück ging um zu fragen was denn S und B an der Schaltautomatik bedeuten hat sie mich nicht mehr erkannt und gemeint P is for park, R for reverse and D for drive.

Wir sind dann ohne S und B nach Waldo gefahren, einem kleinen Dorf das uns die freundlichen Leute vom Institut wegen den Baloney Sandwiches empfohlen haben. Baloney ist phonetisch für Bologna und Bologna ist Lyoner und die Sandwiches sind wie Hamburger, aber statt Hammburger ist eine gut zwei Zentimeter dicke Lyonerscheibe drin. Kaum einen Umweg wert (Xavi fragt sich immer noch was Bologna denen angetan hat dass sie sowas danach benennen), aber die Spunte war herrlich und das Kaff auch. Laut den Öffnungszeiten war zu, also wollten wir in der Garage gleich über die Strasse nachfragen. Das Tor voller NRA-Kleber war auch zu, aber einer hat sehr misstrauisch zum Fenster rausgeäugt. Dann haben die beiden Rednecks sich dahinter aufgestellt, das Tor langsam hochgelassen und „can we help ya?“ Da sei schon offen, wir sollten einfach rein und have a good day 🙂

Wir fuhren weiter Richtung Berlin, dem Zentrum der Amischen Ohios. An den Hauptstrassen sind vorallem kitschige Läden, aber der freundliche Herr der gerade das Kulturzentrum am schliessen war hat uns noch gesagt dass sie hier trotz all dem Schweiz-Kitsch Schwäbisch sprechen und von der grossen Pferdeauktion in Mt. Hope erzählt. Der Käse in Heiri’s Cheeseshop mit Berner Bär auf blauem Grund war nicht wirklich besser nur weil er von Frauen in Röcken mit Haube verkauft wird, aber die Pferdeversteigerung war herrlich. Hauptsächlich Amische, alle gleiche Kutte, gleicher Hut, gleicher „Haarschnitt“ und kaum moderne Technik. Wie im Fernsehen hat einer den aktuellen Preis gesungen während die Pferde in der Mitte vorgeführt wurden. Dazwischen paar gefürchige in Tarnkleidung, die Amischen nennen sie „the English“. Wir haben uns etwas mit einem Amischen in seinem Laden unterhalten, freundliche Leute und stolz dass sie von Reisenden aus so vielen Ländern besucht werden.

Da wir wenig Zeit hatten sind wir Richtung Norden gefahren, um in Bowling Green zu übernachten. Es war saumässig kalt, wir waren sehr müde und haben in einem schmucken Kaffee an der Bar gegessen, als wir plötzlich gemerkt haben dass wir im falschen Bowling Green sind — das Massacker fand in Bowling Green, Kentucky nicht statt. Es hat eine lange Weile gedauert, bis wir uns wieder ohne zu Lachen ansehen konnten …

Am Samstag fuhren wir nach Michigan. Kaum über die Grenze sind die Strassen furchtbar. Wir fuhren direkt ins Henry Ford Museum, eine Mischung aus Nostalgie, Landmaschinen, Dampfmaschinen und vielen, vielen Autos. Die Texte sind vielleicht etwas angestaubt (Our cars, our video games, our frozen food, and our clothes are all impossible without electricity 😉 ), aber Umweltthemen wurden erstaunlich kritisch behandelt. Auch die Arbeitszeiten der Fabrikarbeiter — aber beim Kapitalismus war fertig kritisch.

Auch in Detroit war es saukalt, wir haben den Rest vom Samstag die schwarzen Dodge der Polizei bestaunt und in der Hochbahn Runden gedreht. Wir wollten noch auf ein Konzert oder so, aber die waren alle sehr früh, unsere Geschmäcker könnten kaum verschiedener sein und so sind wir schlussendlich einfach im Motel eingepennt. Das Motel war recht schäbig, fertig freundlich. Dafür war im Erdgeschoss ein tolles Diner wo man nur Frühstücken konnte (teils brauchen sie Worte schon etwas seltsam für uns, den Hauptgerichten sagen sie auch Entrees …), die Pfannkuchen, Rühreier, Rösti (Hash Browns sagen sie dem) und French Toast waren aber das beste was ich drüben gegessen hatte. Ausserdem war die Kundschaft durchmischt. Obwohl Detroit 80% schwarz ist kann man dort ohne Probleme Tage unter Weissen verbringen …

… Zum Beispiel an der St. Patricks Parade, mit Rasenmähern, Bulldog-Verein, Dudelsäcken, irischem Tanz und ganz viel Bier. Dann haben wir bei Whole Foods etwas höhlengereifter Gerierzer gegessen und uns das Heidelberg Projekt angeschaut. Dort hat vor dreissig Jahren ein dreissig jähriger Soldat mit seinem Grossvater und Kindern aus der Nachbarschaft Häuser angemalt als Zeichen gegen den Zerfall. Leider hat der Zerfall dem Projekt auch ziemlich zugesetzt und der Rest soll bald verschwinden.

Wie das Eishockey Stadion, wo wir am Abend die Red Wings gesehen haben. Für das Spiel wurden überall Parkplätze aufgemacht und mit teils absurd unterschiedlichen Preisen angeschrieben. Bei einem haben wir einen fast Zahnlosen gefragt ob es denn realistisch sei noch Tickets zu kriegen und der hat gemeint „yes, they’re loosing“. Wir haben beim Schalter nach Tickets gefragt, die wollten 85 pro Person. Als das Spiel dann langsam los ging haben wir bei einem Händler davor für 60 zwei Karten gekriegt. Und wie waren wirklich loosing, mussten aber auch gegen die Rangers von der Tabellenspitze spielen. Ich musste mir nicht allzu viel ansehen, die Frau neben mir wollte alles über unsere Arbeit wissen, obwohl sie erst gemeint hat darüber würden wir sicher nicht sprechen, als ich gesagt habe dass ich mathematische Biologie mache. War eine überraschend intelligente Unterhaltung, insbesondere über Evolution, was ich eigentlich umschiffen wollte um keine bierseeligen Rednecks zu provozieren 😀 Sie ist überigens extra von Kanada rüber gefahren um das legendäre Stadion nochmal zu sehen 🙂

Wir liessen den Abend in einer Bar bei wüstem Detroit Cheese Steak (Schuhsole mit gelber Masse drauf) ausklingen. Nicht mehr viel war offen, aber diese Bar war ganz sympathisch. Durchmischte Besucher, aber die Angestellten bis auf den Türsteher weiss. Hinten waren ein paar Bowling bahnen. Vorne haben ein paar gesungen und zwar so gut dass wir erst beim rausgehen auf dem Schild gesehen dass da Karaoke-Abend war 😀

Über Nacht ist Schnee gefallen, entsprechend früh und langsam haben wir uns auf den Weg zum Flughafen gemacht. Auf die Frage nach einem Besen um den Wagen vom Schnee zu befreien hat die Frau an der Rezeption ihre Kollegin gefragt ob sie sowas ausleihen und die hat „no“ gesagt, keine weiteren Worte von den Beiden. Zum Abschied hat einer direkt vor seinem Zimmer auf den Parkplatz gekotzt. Am Flughafen hat es eine Strasse mit riesigen Parkplätze um Mietwagen zurück zu geben, inklusive Shuttle-Bus zum Flughafen.

Am Flughaben sind die Weissen wieder weitgehend unter sich. Ich sass im Flugzeug neben einem der wenigen Schwarzen und der wusste nicht wie den Gurt schliessen. Dafür hat er dann mit seiner Frau Schach gespielt. Umsteigen im sommerlichen Miami, der letzte Flug liess auch noch zwei Stunden auf sich warten. Das Essen im Flug (und alles seither) war wunderbar — wie die diesen Frass hinkriegen, obwohl das Bier überall super ist, bleibt mir ein Rätsel …

Columbus, Ohio

März 19, 2017

Letzte Woche war ich in Columbus, Ohio an einer Konferenz. Columbus ist die 15. grösste Stadt Amerikas. Columbus Downtown sind ein paar Hochhäuser an einem Fluss, darum paar Parkhäuser und immense Parkplätze und dann jede Menge nach aussen grösser werdende Häuser.

Da es in Amerika kaum Fussgänger gibt, grüsst man sich auf der Strasse. Und auch im Haus wo ich gewohnt habe, aber erst nachdem man sich auf dem Flur versteckt hat, um zu sehen ob der Bärtige die Türe auch selber aufmachen kann und obwohl ich den Code kannte, puddelnass war und trotz einem riesigen Luftsprung vor Schreck nicht davon gerannt bin wollte die Dame noch wissen wer ich denn sei … Zu dem Auftritt kam es übrigens wegen Fahrrad-Sharing, geht in Columbus einfach mit Kreditkarte und ich hab mir einen schlechten Mittag für die Stadtrundfahrt ausgesucht. Die Fahrt ging einem Radweg zwischen Fluss und Autobahn bis zum German Village runter, einem Quartier mit Kopfsteinpflaster. Deutscher Einfluss ist auch sonst sichtbar, es gibt zum Beispiel eine Schreinerei (genau so geschrieben) und eine Familie Bumgarner.

Ansonsten scheint mir Columbus vorallem eine Universitätsstadt zu sein. Auf dem riesigen Campus gibt es sogar ein Comic-Museum inklusive Lesesaal mit super Sammlung. Im Moment war unter anderem Bill Waterson ausgestellt, die Striche leben original nochmal viel mehr und die Farben sind wunderschön. Daneben eine Kooperation von zum Tode Verurteilten, einer SRF Journalistin und ihrem Mann über die Todesstrafe — und ich habe nach der Warnung für Kinder nur an Brüste gedacht … Ähnlich schlecht mit meinen Vorurteilen haben sich übrigens auch die ganzen Regenbogen-Fahnen vor den Kirchen vertragen 🙂

Ausserdem sind die Studierenden politisch ziemlich aktiv, es waren gerade Wahlen und Abstimmungen. Eine Frage betraf Investitionen der Universität in Firmen die mit Israel geschäften und jüdische Studierende fürchten um die Stipendien dieser Firmen und einen anstieg von anti-semitischen Übergriffen. Eine Professorin hat erzählt wie ihre Uni zunehmend kommerzialsiert wird, sie muss sogar ihr Laborraum mieten. Das hat aber auch den Vorteil dass sich die Administration als Service ansieht, während sie in Europe denken sie wären die einzigen die überhaupt etwas arbeiten an den ganzen Unis weil nur sie um acht Uhr morgens anfangen …

Item, wir wurden jeden Morgen im gelben Schulbus auf den Campus raus gefahren. Dort gab es Frühstück, meist Eier-Käse-Wurst-Geköche aus Einweggeschirr, hat immer genau gleich gerochen und geschmeckt, dafür locker den ganzen Tag hingehalten. Der Workshop war interessant, vorallem die Vorträge von Experimentierenden. Auf der theoretischen Seite war die Oxford-Gang etwas übervertreten und die kommen nicht so recht voran weil sie sich nicht die Hände mit Biologie schmutzig machen wollen …

Baskenland

Oktober 30, 2016

Mittwoch 12. Oktober ist Nationalfeiertag. Wir haben die Brücke gemacht und sind Samstag durch die Pyrenäen nach San Sebastian gefahren. Dort sind wir in der Villa eines älteren Ehepaars mit zwei Kampfhunden unter kamen. Wunderbar ruhig, genau was wir nötig hatten 🙂

Wir kamen spät an und der Mann hat uns dann mit seinem Range Rover in die Stadt gefahren, kreuz und quer, immer wieder angehalten um gute Bars zu zeigen. Viel mehr gibt es in San Sebastian auch nicht (paar Strassen Altstadt, gelangweilte Surfer am Strand, furchtbare Neubauten rundum und schroffe Hügel drum, mit einem heruntergekommenen Vergnügungspark), aber die Pinxos in den Bars sind wunderbar 🙂 Jedes der Häppchen ist bis zum passenden Brötchen durchdacht. Avocado-Lachs und Schinken-Ziegenkäse-Foie-Honig waren unsere Favoriten 🙂 Eigentlich dachte ich die Katalanen oder Spanier wären Vorbild für Tolkiens Hobbits gewesen, aber es waren offensichtlich die Basken 😀 Bilbao ist in Baskisch Bilbo und soviele Kochzeugsläden wie dort habe ich noch nie gesehen …

Montag fuhren wir der Küste mit den Surfer-Käffern entlang nach Bilbao. Dort sind die Pinxos etwas weniger frisch, dafür etwas experimentierfreudiger. Meine einheimischen Freunde ziehen San Sebastian vor, die anderen Bilbao. Wir auch Bilbao, ist zwar etwas industrieller und nicht dermassen schön gelegen, aber bodenständiger und viel interessanter. Und den „ongi etorri errefuxiatuak“ (heisst wohl Flüchtlinge willkommen, klingt aber mässig willkommen) Fahnen nach auch etwas offener. Jaja, wir waren im Guggenheim, ich mochte vorallem das normal angezogene Orchester, das ein Stück ohne Uniform und Instrumente playback gespielt hat 🙂

Die Basken sind übrigens sehr freundlich. Nicht im geringsten ironischer Kommentar einer Arbeitskollegin von Ste: „Gell! Die Basken sind uns Katalanen eben sehr ähnlich.“ 🙂 Man brüstet sich auch gerne damit dass nur im Baskenland und in Katalonien Podemos die spanischen Parlamentswahlen gewonnen haben. Liegt vielleicht dran dass sie sich nur für ein Referendum, aber nicht für eine der Antworten darin stark machen? Die andere Parteien sind nämlich alle gespalten. Wenn man sich die lokale Regierung anschaut, siehts weniger rosig aus … Oder dass die spanische Regierung alles daran tut den Basken und Katalanen ans Bein zu pissen? Das Baskenland ist voller Graffiti in Erinnerung an eingesperrte Aktivisten und irgendein Gericht hat gerade entschieden dass das katalanische Stierfkampfverbot nicht rechtens sei, das viel ältere Verbot auf den Kanaren hat sie nie interessiert.

Wir fuhren dann durch Rioja und Navarra zurück. Lustigerweise machen diese quasi lokalen Weine nur einen kleinen Teil der baskischen Weinkarten aus, auch der Käse kam aus ganz Spanien — die wissen schon was gut ist dort oben 🙂 Item, da fährt man so über einen Pass zum Balkon von Rioja und von dort sieht man in die Ebene hinunter, Weinberge soweit das Auge reicht 🙂 Dann noch ein bisschen wildwest Landschaften und paar Stunden später waren wir wieder zuhause.

Wir werden wohl nochmal ins Baskenland müssen. Im Frühjahr kann man in den Dörfern um San Sebastian Grilladen essen und dazu sauren Most trinken. Im alten Hafen von San Sebastian bauen sie ein uraltes Schiff nach, das vor Amerika heraus gefischt wurde und Pelota Vasca, eine Art Faustball die nur im Baskenland und in Kalifornien gespielt wird, mit viel Wetten, müsste man auch mal erlebt haben 🙂

Mallorca

September 25, 2016

Am letzten Dienstag im August nach der Arbeit gingen wir also zum alten Hafen von Barcelona (der sei besser ausgerüstet und günstiger, als der olympische) und setzen Segel. 18 Stunden später sah uns die Prognose in Mallorca. Leider hatte der Wind einen Tag Verspätung. Die Buna Luna hat einen elektrischen Motor, gibt keine Sauerei und hat viel Schub, dafür recht wenig Reichweite, vorallem ohne Solarstrom.  Wir strömten mitten in der Nacht erstmal wieder heimwärts. Man könnte meinen dass dies wenigstens meinem Magen zu Gute kam, aber nur ganz ohne Geschwindigkeit kann man Wellen in vollen Zügen geniessen. So habe ich auf immer ein bisschen Essen und Tabletten setzend Richtung Malle detoxt.

Dafür hatten wir viel Zeit für Viecher. Ein recht grosser Rundkopfdelfin schwamm und sprang mitten in der Nacht ein paar Minuten direkt neben uns her. Durch den Mittwoch kam dann langsam etwas Wind auf und wir düsten durch Horden springender Thunfische und Schuppenwolken, die ihre Jagd produziert. Sie haben sich auch für unseren Köder interessiert, aber anbeissen wollten sie dann doch nicht …

So sind wir etwas später als geplant statt die malerische Nordküste ab zu segeln direkt zum Hafen von Andratx gefahren. Ein furchtbarer Ort. Hat einen Panoramaweg, man sieht aber kaum zwischen den leeren Villen raus. Wir haben sicher eine Stunde gesucht, bis wir ein Restaurant gefunden hatten das nicht nur Pizza und Pasta serviert. Es hatte natürlich bäumig Platz und Essen und Trinken waren wunderbar.

Freitag Tag fuhren wir etwas der Küste entlang und haben in einer recht hübschen Bucht Schlange gestanden, bis wir dann Abends etwas geschützt ankern konnten, zum Grillieren und Fisch essen und Pennen. Samstag hatten wir Rückenwind und waren bald in der Bucht von Palma um Fränzis Eltern ab zu holen. Dort haben wir etliche volle Häfen angefunkt, bis einer nicht geantwortet hat und dort sind wir einfach rein und haben uns den letzten Platz geschnappt. Direkt am Ballermann und so kam Ste ziemlich bald zu ihrem Kübel Bier 😀

Item, ich reagiere jetzt noch ein bisschen allergischer wenn jemand findet Barcelona habe zuviele Touristen. Oder wenn jemand aus den Ferien von „den Touristen“ erzählt. Dabei kriegen wir hauptsächlich friedliche und kulturinteressierte Touristen ab — Jungfraubräu ist nun gefiltert weil es sonst die Gäste in Interlaken nicht trinken … Wir hatten letzte Woche sogar eine Aufforderung Nachbarn wegen illegalen Airbnbs zu verpetzen im Briefkasten. Von der Stadt, für einmal nur katalanisch. Vielleicht sollte ich die Nachbarn mit ihren lauten Festen melden, oder alle mit kläffendem Köter … Die sind zwar sicher alle von hier, aber sie hätten es verdient und die Stadt auch 🙂

Palma selber ist aber sehr schön. Ein ehemaliger Arbeitskollege von dort hat uns ein hervorragendes Restaurant empfohlen, glaube die haben noch nie Leute soviel essen sehen. Beim zweiten Anlauf haben wir dann auch noch eine angenehme Weinbar gefunden, der von der Intellektuellen wollte uns irgendwie nicht bedienen. Wir haben dann auch jede Menge Sobrasada, mallorkinische Streichwurst, und Ensaimada und anderes Gebäck importiert. Sie sprechen übrigens auch Katalanisch auf Mallorca, aber nur unter sich, es gilt irgendwie als nicht so fein. Und man sieht keine Separatisten Fahnen, nur Antifa-Graffiti.

Sommerloch, mal wieder

August 22, 2016

War nicht so viel los in der „Letzte“, haben vorallem zuviel gearbeitet. Ostern waren wir in Verges, einem kleinen Dorf mit Prozession, Theater und dem berühmten Totentanz. Hier in Katalonien. Dem letzten der Welt, in Katalonien. Sie sind sehr stolz darauf, hier in Katalonien … Sehr verschlafenes Kaff als wir gegen Mittag eintrafen, wir hatten Angst keinen Parkplatz zu finden 😉 Gegen Abend hat es sich dann anständig gefüllt. Inklusive dem völlig unverständlichen Dialekt in Gironas Hinterland eine sehr schöne Osterfeier. Damit habe ich den katalanischen Oster-Grandslam geschafft, meine Rangliste ist Verges > Tarragona >> Girona.

Bis dahin ist der Sommer angenehm. Wir haben unsere dicke Luxus-Latex-Matratze mit der günstigsten Federmatratze aus der Ikea ersetzt, viel besser. Ausserdem ist es unter unseren schweizer Freunden Mode geworden, sich Mädchen aus Barcelona an zu lachen. Die eine ist Schauspielerin. Das letzte Stück, und auf das war sie besonders stolz, hiess „Frau“, katalanisch für Betrug (ja, sie und ihre intellektuellen Freunde können selbstverständlich Deutsch). Wir kamen mitts drin rein, es hat gerade ein Anthropologe den Regisseuren interviewt, während im Hintergrund bisschen geputzt wurde und so. War amüsant, aber langfädig, irgendwie mussten sie ja die sieben Stunden füllen (die sieben Stunde waren das Einzige was kein Betrug war, die haben sich sogar die Mühe gemacht Playback zu theatern). Darauf gab es noch irgend so eine Shakespear-Parodie mit kaum Handlung, aber immerhin standen sie auf einem Tisch.

Dann waren wir zweimal in der Schweiz, das ist dort wo der Geldautomat Fünfziger und Hunderter rausspuckt, wenn man gerne kleine Noten hätte. Der Golf hat gut mitgemacht, nur einmal kurz in den Safemode gefallen. Auf der Heimfahrt habe ich an einem schönen Stutz kurz beschleunigt zum schauen ob noch alles in Ordnung ist und hat mich glatt erwischt. Wie schon am Bielersee und kurz vor der spanischen Grenze nochmal — mal schauen wieviele Fotos sie uns nachschicken … Apropos Rasen, auf dem Weg ins Eriz haben wir einen Jeep eingeholt. Der fuhr eine Weile gemütlich weiter, bis er wohl unsere blauen Nummernschilder gesehen hat, dann fuhr er über die Sicherheitslinie davon wie ein Henker 😀

Für die Geburtstagsfeiern von Stes Eltern gingen wir dann mit ÖV 😉 Interrail macht das bezahlbar, aber man muss nicht meinen, dass man das auch kaufen kann nur weil der Billet-Schalter offen ist, da muss schon auch die richtige Person dort sein. Dafür war die Chauffeuse im Flughafenbus morgens um fünf schon sehr nett und gesprächig und letztens hat sich ein Verkäufer im Supermarkt die Mühe gemacht meine Bankkarte anzusehen, damit er mich mit Namen verabschieden konnte. Sachen gibts.

Morgen segeln wir mit Freunden auf Weltreise nach Mallorca. Dank Testlauf an der Costa Brava mit einem (unterdessen schon ehemaligen) Arbeitskollegen sind wir bestens vorbereitet: solide kotzt es sich wenn man im Lee den Kopf zwischen den Seilen rausbaumeln lässt 🙂

Alles beim Alten

März 13, 2016

In der letzte wurde es ziemlich ruhig hier, so langsam ist „alles beim Alten“. Die Karre wollte auf dem Heimaturlaub auch ein Weihnachtsgeschenk, neue Kupplung. Donnerstag muss ich ihn stellen, hoffeltich geht das mal so einfach wie die Vorurteile sugerieren. Termin kriegen war schon mal schwierig, ich habe erst nach ettlichen Anläufen gemerkt dass deren Webseite nur auf dem Handy funktioniert. Die Erneuerung der Mitgliedschaft bei der katalanischen Luftfahrtgesellschaft ist leider auch nicht einfacher als das Mitglied werden letztes Jahr war. Nur teurer, wegen Madrid sagen sie. Mir doch egal, ich möchte einfach nicht hundertmal in deren Büro auftauchen müssen damit sich mal was tut …

Freitag wurde ich von einem von einer Energie-Firma überfallen. Der war so erstaunt dass ich nur Katalanisch spreche dass er gefragt hat, ob man in der Schweiz auch Katalanisch spreche 😀 Er kannte meinen vollen Namen und hat etwas vom Verbrauchsmessgerät gemeint. Haben paar mal vergessen einzutragen und Märchenrechnungen erhalten (die schätzen dass man wenn man in der Altjahrswoche nicht da ist fünf, sechsmal soviel Strom braucht wie sonst :-)) und so habe ich den völlig naiv reingelassen. Er hat dann was von die alten Lesegeräte müssten durch digitale ersetzt werden. Ich musste dann viele Papiere rausrücken und unterschreiben und noch so ein Telefonat machen, das weniger nach technischem Problem, als nach neuen Verträgen geklungen hat.Keine Ahnung was der mir aufgeschwatzt hat, war extrem im Stress. Hab ihn dann nochmal in der Strasse erwischt, er hat mir versichert dass ich mir keine Sorgen machen muss und es wirklich nur um die Lesegeräte gehe. Die Terretorialkämpfe seien nur unter den Zwischenhändlern und er sei von der offiziellen katalanischen Gas- und Elektrizitäts-Infrastruktur Firma. Auf dem Zettel den er da gelassen hat steht auch nicht worum es ging — nur dass es ein Vertrag sei, was doch viel mehr Mitsprache impliziert, als ich bei seinem Besuch gespührt habe … Wenn man aber mal jemanden von diesen Firmen braucht, zum Beispiel um den undichten Gas-Haupthahn zu flicken, dann funktioniert deren System zum Termine organisieren nicht …

Kommt wohl noch ein bisschen Bürokratie-Kampf auf mich zu. Dafür hab ich so einen am Institut gewonnen. Ich rechne seit paar Monaten parallel auf der Grafikkarte und habe nun auch eine schön schnelle gekriegt. Hat nur einen Monat gedauert. Erst musste ich beim Einkaufs-Büro anfragen, damit der eine Offerte bei den offiziellen Verkäufern einholen kann. Dauert je eine Woche und ist 20% teuerer als im Laden, dafür nicht mit meinem Computer kompatibel. Nachfragen, die Nachfragen bei HP ob die ihre Produkte wirklich so designen dass man sie nicht erweitern kann (wie ich von Anfang an gesagt habe, weil es mir zu dumm wurde und ich so ein Netzteil zum Ausprobieren gekauft habe) und dann kann unser Gruppen-Besteller beim Einkaufsbüro so eine Bestellung aufgeben, der Gruppe-Kassier kann das genehmigen, dann leitet das Einkaufsbüro das zum Bestellbüro weiter, die bestellen, kontrollieren und schon habe ich das Kistchen auf meinem Pult 🙂 Wir sprechen von 250 Stutz — nicht von einem Rechenzentrum! Und wir müssen uns trotz aller Evidenz sogar von Professoren anhören dass in einem unabhängigen Katalonien alles besser wäre!

Apropo Katalanisch, gab ja eine neue Lehrerin, weil der zweite Lehrer etwas faul und eindrücklich unpünktlich war. Sie war zwar zur Abwechslung einfach zu verstehen, aber furchtbar langweilig. Angers! Glücklicherweise wurde sie für mich wenig und für die Schule extrem überraschend Mutter und wir kamen in den Genuss von vielen ausgefallenen Stunden 🙂 Nächte Woche gibt es leider Ersatz, hoffentlich zur Abwechslung jemand der nicht mit den immer gleichen beiden Vergangenheitsformen anfängt, die haben wir jetzt dreimal durchgekaut … Der Sohn von einem einheimischen Kollegen hat übrigens Caga for Papa gelernt — scheint hier wirklich wichtig 🙂

Um in den „winterlichen“ Wochenenden hier nicht vollends zu versauern haben wir etwas mit Kiten angefangen. Ste ist schon ziemlich auf Kurs, bei mir als Brett-Sport-Verweigerer siehts weniger gut aus. Ausserdem teilen wir uns in der Regel einen Kite und die Lehrer können sich 90kg schwere Menschen einfach nicht vorstellen und schreien dann immer dass ich mehr powern soll … Leider ist das Wetter hier im Winter selten ideal. Deshalb sind wir vor paar Wochen ins Ebro-Delta gefahren. Es war dermassen kalt dass wir von den ganzen Seeigeln nichts bemerkt haben. Sind dafür zum warm bleiben rumgehüpft. Übles Auftauen auf der der Rückfahrt. Nach einer Stunde Grübeln wurde es mir zu blöd und auf dem Notfall hat die Krankenschwester nur „autsch“ und „wow“ rausgebracht, aber auch keine weiteren Stacheln. Der ältere Arzt hat mal vollgas losgeflucht, ob ich eigentlich vom Ebro-Delta her gerannt sei. Nach einer Woche mit Skalpell und anständiger Pinzette aus dem Labor waren aber fast alle wieder draussen 🙂

Sevilla und Cordoba

Dezember 12, 2015

Wir haben extra ein Zimmer etwas ausserhalb von Sevilla gebucht, der Verkehr im Innern sei sehr anstrengend. War er dort draussen auch, vorallem weil sie weitgehend auf Schilder verzichten. Immerhin haben die Ausfahrten Nummern, sogar der Reihe nach, kommt einfach nicht jede vor …  Auch hat die Karre mit mehr Beulen Vortritt und nicht die von rechts — soviel wurde mir noch nie Vortritt gewährt 😀 Auf der anderen Seite fahren anders als in Katalonien oder Huesca fahren nur sauteure Wagen mit überhöhter Geschwindigkeit, fand ich sehr stossend …

Sevilla hat eine schöne, protzige Kathedrale. Kolumbus liegt (vielleicht) drin und unzählige Schätze, die sie nach seiner Entdeckung Amerikas von dort abgeschleppt haben. Stolz präsentiert, hat ziemlich an den Vatikan erinnert. Ausserdem gibt es den Palast , Alcazar, noch etwas farbiger und vielseitiger als die Alhambra. Dorne aus Game of Thrones wurde teils dort gedreht und der Spanien-Platz hatte einen Auftritt in Star Wars. Dazwischen viele Kutschen und Gitarrenmusik.

Und zwar nicht von Hippies. In Sevilla ist man nämlich extrem schick und ziemlich antiquiert angezogen. Viel so Steppjacken die etwas nach Reiten aussehen. Steht ja auch Kavaliere auf den Herrentoiletten. Und Buben mit kurzen Hosen und Kniesocken, Mädchen so gut wie nie in Hosen, dafür auch mal schon als Kinder geschminkt. Und Unmengen von Kindern, wir sind mal in einen Trottoir-Stau mit acht Kinderwagen geraten … Ausserdem sind sie furchtbar ungezogen; Wir hätten ja auch Hotel vor dem Schlafen gehen weit nach Mitternacht noch etwas Gumpiball gespielt oder bisschen Steine über die Dächer vom Alcazar geschmissen — aber nicht vor den Eltern und die interessiert das hier einen Feuchten.

Abgesehen davon dass sie einem keinen Platz lassen, sind die Leute aber sehr freundlich. Und lustig: Eine ältere Frau in einer ruhigen Gasse am Telefon „hola, soy la Christina, buenas tardes!“ und drei gestandene Männer drehen sich prompt grinsend um „hola Christina, buenas tardes!“ 😀 Auch wissen sie Party zu machen. In den Bars um das Hotel waren Abends Flamenco-Konzerte und zum Frühstück ging soviel Brandy in Weisswein-Gläsern über die Theke, dass sie die Flasche gar nicht mehr versorgt haben. Ausserdem scheinen sie auch recht eifersüchtig zu sein, ich habe noch nie ein Detektiv-Büro angeschrieben gesehen und hier gleich mehrere mit riesigen Reklamen 🙂

Die letzte Nacht der Reise haben wir in Cordoba verbracht. Cordoba ist vielleicht etwas ruhiger und vorallem die Moschee. Sie sehen das natürlich anders und so haben wir Tortilla und Salmorejo (Tomaten-Brot-Suppe, Spezialität von dort, super) gegessen. Laut der Frau an der Reception besser als ihres, das ihrer Mutter oder ihrer Grossmutter und die Schlange zur Mittagszeit war immens (dreimal so lang wie für die Mezquita). War schon nett und ich schätze unterdessen auch Tortilla-Sandwiches, aber ich kann die Besessenheit der Spanier mit Tortilla nicht ganz nachvollziehen … Item, die Moschee ist grossartig. Die Gebetsnische und die Kuppel darüber wirklich wundervoll. Auf den Tickets steht aber Kathedrale (dachte schon wir wären falsch) und die ist eine Katastrophe. Haben sie in die Mitte vom stilvollen Gebetsraum geklotzt und ist unglaublich wüst. Hat sogar der König gemeint, der vor paar hundert Jahren den Umbau genehmigt hat …

Wir versuchen uns nun mehr schlecht als recht zu erholen. Donnerstag und Freitag war Postdoc Symposium; Berufswahl und mit jedem Schritt wird die Auswahl schwieriger (und je nach Wahl der Schritt noch viel mehr …). Dann direkt ans Weihnachtsessen; dieses Jahr in einem teuren Club am Strand, wo die fünf hundert Nasen gerade so reinpassen. Immerhin war Selbstbeweihräucherung so fast unmöglich und es war trotz wenig und nicht gerade tollem Essen ziemlich lustig 🙂 Heute ist leider nicht genug Wind zum Kiten, dafür haben Nachbarn den ganzen Tag ein Fest. Dummerweise kennen sie nur ein Lied und es ist erst noch richtig Scheisse … Immerhin haben wir Tannenzweige, Kerzen, Mandarinli und Panettone 🙂

Weisse Städtchen

Dezember 6, 2015

Die letzten Tage sind wir kreuz und quer durch die andalusische Pampa gefahren. Da wechseln sich Dünen, Herbstwälder, Olivenbäume, Nadelwälder und karge Felsen ab, unglaublich. Die Wälder sind fast alle eingezäunten Jagdreviere oder Freiland-Schweinezuchten. Dazwischen viele weiße Ortschaften, alle sehr heraus gepützerlt. Besonders schön ist die Landschaft um das Bergdorf Grazalema. Dort scheinen sie auch Gras zu verkaufen, auf jeden Fall haben wir zwei Jungen aus einem deutschen Strafprojekt dorthin mitgenommen. Auch der Rest ist übrigens ziemlich in deutscher Hand.

Übernachtet haben wir in Ronda, dort gibt es eine Brücke über eine Schlucht, guten Weissen und Stierkampf; dann in Zahara de los Atunes, dort haben wir fünf verschiedene Stückchen Thunfisch gegessen; und in Cadiz, mit feinem Roten, frittierten Fischen und fast soviel Flamenco wie Stierkampf.

Cadiz gilt als Mini-Havanna und ist nicht nur weiß und etwas weniger gepützerlt, dafür hat es unzählige Friseure. Ich hatte dort einen großartigen Auftritt auf dem Kirchturm. Sechzehn vor vier habe ich mir langsam die Ohren zu gehalten. Und genau als mich zwei Frauen völlig entgeistert gemustert haben, ging das Geläute los, die beiden sind in die Luft gesprungen, haben geschrien und sind davon gestoben 😀

Oberhalb von Cadiz ist das Naturschutzgebiet Doñana. Verschiedenste Möwen und Hirsche, wandernde Dünen, Wälder und ein riesiger Fluss, von wo Kolumbus los fuhr. Offenbar alles sehr niedlich, dauert ein Momentito von fünfzehn Minutitos, immer mit Cuidadito (Vorsichtchen) und hasta luegito 🙂 Im Süden sprechen sie dafür wie Chtis, tambieng und so.

Unterdessen sind wir in Sevilla und morgen fahren wir nach Córdoba, bevor wir Dienstag heim müssen.

Granada

Dezember 1, 2015

Wir wollten zwar noch etwas an die Wärme, aber Granada ist auf 700 M.ü.M. Dafür kriegen wir viel herbstliche Stimmungen ab, kommt in Barcelona viel zu kurz. Herbst mit Kakteen zwischen den farbigen Bäumen und der weissen Altstadt ist aber auch recht speziell.

Vorgestern fuhren wir gleich wieder raus, in die Sierra Nevada. Ein sanftes Gebirge mit Aussicht aufs Meer (und paar Zacken von Afrika manchmal), ist wohl in einem normalen Jahr noch karger. Hat nicht nur eine Baumgrenze, sondern einen Baumgürtel. Und wir waren plötzlich vielleicht 50 Meter neben einer Steinbock-Familie. In einen Dorf habe ich noch meine Fototasche auf einer Bank liegen gelassen, war ein Zettel dort und ich konnte sie in einen Handicrap-Laden daneben abholen. Auch in Granada kann man es offenbar etwas lockerer nehmen als in Barcelona, manche legen Kameras einfach so hinter sich auf die Bar!

Gestern waren wir auf der Alhambra. Von aussen eine grosse Allerwelts-Befestigung auf einem Hügel, innen eine immense Gartenanlage mit filigranen maurischen und protzigen Antworten der Zurückeroberer. Weil sich die katholischen Könige bald mehr für Übersee interessiert hatten, hat ihr Palast halt erst seit kurzem ein Dach. Ich hatte irgendwann mal etwas genug vom verschnörkelten Pflaster, aber ich war noch nie in einem Palast der mit so vielen verschiedenen Materialien und Techniken verziert war.

Auch in der Altstadt sind viele Details mit Ornamenten verziert. In Restaurants sind viele Menüs arabisch oder orientalisch angehaucht. Es hat auch ein paar Basarstrassen und man hört oft Arabisch. Ob das Neue sind oder deren Familien die Inquisition überstanden haben?

Abgesehen von Banken ist mir noch nichts katalanisches aufgefallen. Leider auch das Brot mit Tomaten und Olivenöl nicht … Dafür sprechen sie ein sehr reflektiertes Spanisch hier, sogar Süssigkeiten verkaufen sich. O-Ton Alhambra-Schild: this part of the monument only will be able to be visited once. Und wenn man nicht restlos alle „S“ verschluckt fürchten sie man würde kein Wort verstehen. Sie würden dann natürlich nicht Englisch auspacken, sie fragen dann einfach allpott ob man sie versteht und wiederholen sich endlos. Ein Kellner hat uns auch die spanische Karte gebracht, nachdem Ste die spanische Frage ob Englisch oder Spanisch mit „ingles“ beantwortet hat 🙂

Ansonsten hat es viele Hippies und Gitarren und die Vögel zwitschern auch erst gegen abend. In der sehr freundlichen barocken Kathedrale fragt die Dame am Schalter „Jose, reisst du die Tickets ab oder soll ich?“ Jose zwei Meter daneben sich mit einer Nonne unterhaltend „nein, ich mache das!“ 😀

Klischees stimmen!

November 22, 2015

Es ist mal wieder Zeit zum Ausrufen oder um einen viel zitierten Mitarbeiter der Hostel Heart of Gold in Berlin zu bemühen: Klischees stimmen! Beim Putzen habe ich statt dem Kabel aus der Steckdose die Steckdose aus der Wand gezogen. Die Schrauben waren rund ein Zentimeter lang und die Hälfte davon steckte nur in der Farbe …

Und letztens im Gemüseladen ist tatsächlich ein Kunde zurück gekommen, er habe 15 cent zuwenig Rückgeld gekriegt. Dabei hat er noch so ein vorwurfsvolles Gesicht gemacht, Sonntag im Eimer. Und das bei einem von Chinesen geführten Laden, die einen ganz stolz darauf hinweisen dass bei Ihnen das Wasser mas balato ist 🙂

Apropos Schotten, Hostels und Klischees; unsere ehemalige Mitbewohnerin aus Schottland hat sich einmal mit ihrer Freundin aus Frankreich über Liebe machen im Hostel unterhalten. Sie waren sich sofort einig, dass es keine gute Idee ist — aber haben erst nach einer Weile gemerkt, dass nicht beide davon, bzw. dabei, gestört wurden 😀

Dann wäre noch unser Nachhaltigkeitsbüro am Institut. Die haben jetzt alle Birnen im Lift mit Stromsparbirnen ersetzt und die 40% Lift-Licht-Strom-Ersparnisse werden mit riesigen Postern im ganzen Haus gefeiert. Und wir spülen jetzt die Toiletten nicht mehr mit heissem Wasser. Nein, sie haben die Rohre nicht richtig verlegt, sie haben das heisse Wasser einfach abgestellt. Wer braucht schon saubere Hände in einem Labor? Dafür ist es im Moment an meinem Arbeitsplatz 27 Grad — bei beissigen, windigen vielleicht 10 draussen …

Auch bei uns im Treppenhaus haben sie die Lichtzeiten angepasst — ich schaffe es gerade noch bis in den ersten Stock … Die hätten auch besser die kaputte Birne auf unserem Stock ausgetauscht!

Kindergeburtstage sind hier übrigens auch nicht gerade erholsam für die Eltern. Die sind fast jedes Wochenende im Park und die Eltern werden dann auch erwartet. Und prügeln sich auch. Apropos Prügel, Cäsar spricht auch Katalanisch im neuen Asterix.

Dafür haben wir von unseren neuen Bürgermeisterin aus der Hausbesetzerszene etwas gemerkt. Vielleicht. Auf jeden Fall war seit sie gewählt wurde beim Kolumbus immer Basar. Mit dem Rad etwas mühsam, aber Dank Klebstreifen auf dem Boden einigermassen organisiert. Gerüchte sagen die Hafenpolizeit hätte sich wegen zuwenig Mitgliedern geziert. Und jetzt plötzlich stehen rund um die Uhr mehrere Mannschafts- und Streifenwagen rum und machen Fotos von posierenden Touristen, die keine Selfie-Sticks mehr kaufen können …

Und auch hier wird langsam Herbst, statt Schnee fallen aber nur Blätter. Verdecken die Hundescheisse auch … Der Golf sprang nach längerem rumstehen mal wieder nicht an, hat aber nur etwas Strom gebraucht. Dafür liegt der Garagist schwer krank im Spital und musste die Garage verkaufen. Ausserdem ist in den Bergen mehr Jagd- als Flugwetter. Die sind hier nicht gerade diskret unterwegs, statt Tarnfarben tragen sie orange und statt Peng machen sie Peng, Peng, Peng, Peng …

Wir haben uns dafür vom Parawaiten etwas auf das Kitewaiten verlagert und wollen in der ersten Dezemberwoche noch ein bisschen in den Süden 🙂