Archive for the ‘Türkei’ Category

Heimreise

Juli 31, 2005

Mittwoch gegen zwei kämpften wir uns zum letzten Mal durch das Stau gequälte Teheran, zum Busbahnhof. Innert nützlicher Frist haben wir dort auch den richtigen, pastellblauen, Bus gefunden:

Scheibe

Ja, richtig erkannt, die Windschutzscheibe wurde mit drei Münzen und Klebstreifen repariert. Obwohl er bedrohliche Geräusche von sich gab, musste man ihn nur einmal flicken und brachte er uns, durch fünf militärische Kontrollen, bis Freitag morgen nach Istanbul. Die Stadt ist voller Polizei und Metalldetektoren und die Abfalleimer haben sie auch von den Strassenlampen montiert. Als wir abends, den Fünfzehnstundenaufenthalt todschlagend in unser Stammkaffee wollten, war es auch prompt weiträumig abgesperrt. Die Sicherheitskräfte wollten zwar von nichts wissen, sie hatten aber ziemlich viele Hunde dabei und einer der zahlreichen Kameramannen, der kaum Englisch konnte hat dann doch das universellverständliche Wort „Bombe“ verwendet.
Leicht müde haben wir dann um zwei uhr morgens den Shuttle zum abgelegenen Zweitflughafen (obwohl der Reiseführer das Gegenteil behauptet, mussten wir vor Ort feststellen, dass es doch nicht nur den Atatürk Flughafen in Istanbul gibt). Kurz nach vier flogen wir in knapp drei Stunden gegen Stuttgart, wo wir ausgeschlafen die Reise in die Schweiz in vollen Zügen geniessend angetretten haben. Unspektakulärerweise haben wir den ICE doch noch erwischt, obwohl sich die nur Kreditkarten akkzeptierenden Billietautomaten (zum Glück, muss man sagen, am Schalter erfuhren wir, dass das Halbtax auf der ganzen Strecke akkzeptiert wird 🙂 ), der überfüllte, am Arsch vom riesigen Bahnhof gelegenen, Ticketschalter und die drängelnden Deutschen fünf Minuten vor Abfahrt gegen uns verbündet haben.
Jetzt haben wir uns durch mehr Fotos als der Damavand Meter hat zu arbeiten und werden in den nächsten Tagen auch die Gallerien, die wegen der iranischen Zensur noch fehlen, nach liefern (die Internetgeschwindigkeit fasziniert uns immer noch bei jedem Klick 🙂 ).

Letztes aus der Türkei

Juni 10, 2005

Nachdem wir gestern lernen mussten, dass die Trame willkührlich weiter fahren oder nicht und die Schiffe etwa zweimal am Tag verkehren und manche Paläste Donnerstags Ferien haben, verschoben wir die Tour durch das asiatische Istanbul auf heute und fuhren zur Stadtmauer. Nach einem Döner im Elit-Kebab krackselten wir halsbrecherisch auf den Trümmern herum. Nach einem ermüdenden Irrmarsch zur Tramstation fuhren wir zur Jugi zurück. Fussmüde beschlossen wir, uns im erstbesten Supermarkt Schokolade zu kaufen, damit wir nicht mehr zu weit gehen mussten. Sie war überteuert und flüssig, worauf wir per langem Umweg zur bewährten Schokoladequelle gingen.
Heute sind wir dann doch noch in den protzigen Dolmabaçe Palast gekommen, wo neben sehr viel Gold und Silber auch noch Atatürks Bett zu sehen war. Nachher haben wir uns den Taksimplatz angesehen und durch eine XXL-Nidaugasse den Rückweg angetreten. Was die Türken daran so toll finden, verstehen wir nicht.
Mit den letzten paar Fotos von Istanbul verabschieden wir uns aus der Türkei.

Moschee

Salut

Atatürks Bett

Istanbul

Juni 8, 2005

Montag gegen Abend sind wir in Istanbuler Busbahnhof (ein 3-stoeckiges Parkhaus, vollgepackt mit riesigen Bussen) angekommen. Dank der guetigen Hilfe aller englischsprechenden Passanten und Polizisten benoetigten wir kaum laenger als ein Einheimischer um das Quartier mit der Jugendherberge zu finden. Ein muehsamer Hotelmitkundenversorger bemaechtigte sich unserer und ward kaum mehr abzuwimmeln. Er erzaehlte jede Menge Muell (Jugenherberge koste pro Nacht 50Euro, sei immer ausgebucht und habe den Namen gewechselt). Nachdem wir ihn per Trinkgeld losgeworden waren, fanden wir zielstrebig die Jugi voller Amis und checkten dort ein.
Am naechsten Morgen eilten wir als erstes in die Hagia Sophia Moschee. Ein prunkvoller, schoener Bau, der jedoch leider mehr Baugeruest innehat als Atmosphaere. Das Projekt Iranbillet haben wir als naechstes in Angriff genommen. Nachdem uns das hin- und herrennen zwischen Internet, Telefon zu bloede wurde, fragten wir auf der Touristeninformation nach. Obwohl die Frau uns eigentlich nach Tiflis schicken wollte, hatten wir bei der angegebenen Adresse die Moeglichkeit, unsere Billete fuer teure 35 Dollar zu ersteigern. Am Samstag geht die 3 taegige Fahrt los. Auf dem Rueckweg mussten wir uns eines „grusige Siech“ erwehren, der uns mit Hand und Fuss in ein Bordell schleppen wollte. Auf der Suche nach einer Flasche Wasser sind wir dann in das Bazarquartier eingebogen. Ohne Wasser, dafuer aber mit Hemd und 15 Paar Socken sind wir auf der anderen Seite von Sockenverkaeufern verfolgt wieder herausgekommen. Nachmittags haben wir dann auch noch die Blaue und 2 weitere Moscheen besichtigt und Wasserpfeiffe geraucht bis spaet in die Nacht.
Heute Morgen haben wir uns den Tokapi Palas, wo ueber Jahrhunderte die Sultane lebten, vorgeknoepft. Abgesehen von der riesigen Palastanlage gibt es vom chinesischen Porzellan bis zum Zahn vom Propheten alles zu sehen. Nach dem Mittagessen haben wir uns durch den ueberdachten Bazar und den aegyptischen Gewuerzbazar zu 2 sehenswerten Moscheen durchgepfluegt.

Hagia Sophia

Fresko in der Hagia Sophia

Innenraum der Hagia Sophia

In der blauen Moschee

Bursa

Juni 8, 2005

Zu Bursa gibt es nicht mehr viel zu sagen, ausser dass bei der Migrosmetalldetektor jedesmal bei Lukas Taschenmesser gepiept hat, es jedoch niemanden interessiert hat. Erzählenswert sind ferner die Blicke in allen Variationen, die wir wegen unserer Rucksäcke ernteten.
Hier sind aber noch die angekündigten Bilder.

Ischkender

Pamukkale

Juni 5, 2005

Nachdem wir reichlich in Izmir herumgewatschelt sind, einen gemuetlichen Abend mit Pinar verbracht haben, in Izmirs Bucht rumgegondelt sind, Museen besichtigt und heftig Fisch gegessen haben, den Assensoer zur Aussichtsplattform ewig gesucht und tropfnass an der Bergstation gefunden haben, und uns wegen Bankautomatentotalverweigerung die ersten grauen Haare gewachsen sind, besuchten wir gestern die Kalkterassen von Pamukkale.
Nach einer einigermassen gelungenen Anreise, inkl umsteigen!, sind wir dann aber doch eine Ortschaft zu spät aus dem Dolmusch gesprungen und mussten durch die Pampa ein Dorf zurueckmarschieren. Die entgegenfahrenden, lachenden Busfahrer haben Lukas einigermassen zugesetzt. Durch ein riesiges Truemmerfeld (Unesco Weltkulturguterbe Hierapolis) kaempften wir uns bei angenehmen 35+ Grad zu den beruehmten Kalkterassen von Pamukkale.

Pamukalle

Wieder in Izmir angekommen genossen wir Pide, die tuerkische Pizza. Salat gabs ungefordert auch, sowie scharfes Kraut und brutale Pfefferschoten (fragt Philipp nach Details).
Heute haben wir uns frueh aufgerafft und so um 2 Uhr Bursa erreicht. Am Busbahnhof hat uns ein kahlgeschorener, taetowierter Riese auf Deutsch den richtigen Bus gewiesen. Nachdem wir im erstbesten Hotel eingecheckt hatten, mussten wir sofort ein Iskender Kebab (hier erfundene Spezialitaet) essen gehen. Erneut fanden wir einen kahlgeschorenen Riesen, der zwar kein Deutsch konnte, uns aber dennoch zum altehrwuerdigen Kebab-Tempel fuehrte (nur mit der lausigen Karte aus dem Reisefuehrer waere dies unmoeglich gewesen). Wir besuchten einige Aussichtsplaetze und haben die ersten Moscheen betreten. Als wir uns auf einer Parkbank ausruhen wollten, gesellte sich ein aelterer Herr dazu, mit dem wir uns waehrend die Sonne unterging, laengerer Zeit unterhielten. Bursa ist offenbar in den letzten 40 Jahren von 100`000 Einwohner auf die stattliche Anzahl von ueber einer Million gewachsen. Da wir morgen noch Photos von Bursa schiessen werden, wird die Bursa Gallerie spaeter nachgeliefert. Dafuer haben wir ein paar letzte Aufnahmen aus Izmir hochgeladen.
Voraussichtlich ziehen wir morgen gegen Istanbul weiter.

Kampf gegen Skorbut

Juni 2, 2005

Orgie
Wir haben uns fest vor genommen, heute nicht nur Kebab zu essen. Deshalb haben wir in einer Spunte quer durch das Vitaminbuffet bestellt und dann ziemlich gestaunt, was alles aufgestischt wurde. Wir haben freundlich aus gegessen und viele Blicke die deutlich sagten „Ihr seid ja riesen Fresssäcke“ geerntet 🙂

Izmir

Juni 2, 2005

Nachdem wir uns von den lustigen Receptionleuten verabschiedet und ein letztes Kebab in Bodrum gegessen haben, stiegen wir gegen Mittag in ein Sammeltaxi. Nach ein paar Bögli und Schleifen und Stau trafen wir im Busbahnhof ein. Um ein Uhr nahmen wir die dreieinhalbstündige Busfahrt nach Izmir auf.
Der Bahnhof von Izmir ist riesig und etwas dezentral. Nachdem wir einige Minuten orientierungslos mit Reisefuuml;hrer in der Hand rum gestanden sind, begann ein Fremder auf uns ein zu reden. Wir dachten er wolle uns gleich mindestens ein Hotel andrehen und waren skeptisch. Zum Glück konnte uns ein Passant auf Deutsch erklähren, dass ein Shuttlebus in die Stadt zum Service gehöre. Wir fanden sogar einen Shuttlebus, der in ein Quartier fuhr, das auf unserer Karte vor kam (unsere Reiseführerkarte umfasst vielleicht 1% von Izmir 🙂 ).
Gleich nachdem wir ausgestiegen waren, forderte uns ein älterer Herr auf, ihm zu einem Hotel zu folgen. Da wir uns noch nicht richtig orientiert hatten, zeigten wir der Dame an der Reception die Karte. Antwort: Whats that? Wir wurden zum Hotel gegenüber geführt, wo uns ein Herr eine völlig falsche Position eingezeichnet hat. Wir haben uns aus dem Staub gemacht und die Gasse mit den Billighotels aus dem Reiseführer gesucht. Gleich hinter der Marktstrasse fanden wir ein Hotel wo es „Hello friends“ heraus tönte. Mit dem Englisch war es dann doch nicht so weit her, aber wir haben dort ein günstiges Zimmer gefunden. Es hat zwar nur jede zweite Lampe eine Birne und Strom, die Steckdose fällt fast heraus, warm und kaltwasser Griffe sind verkehrt montiert und in der Dusche erreicht auch nur die Hälfte des Wassers die Brause.
Unser nächster Plan war, Lukas Schwesters Bekannte anzurufen. Da auch das Englisch einer herbeigerufenen Frau im Bademantel nicht gereicht hat, um über das Telefon zu verhandeln, machten wir uns zur Post auf. Geschlossen. Zum Glück wurden uns von einem Hemdverkäfer mit Handzeichen klar gemacht, dass sein Kollege Telefonkarten führt.
Mit Telefonkarte ausgerüstet sind wir in den Bazar los gezogen. Unterwegs assen wir den fettigsten Döner den wir je gesehen haben und fanden eine einigermassen ruhige Telefonnische. Mit etwa dem zehnten Anlaufe haben wir es geschafft, aus einer vierzehnstelligen Nummer die richtigen sieben Ziffern aus zu wählen und konnten einen Treffpunkt (ausserhalb der Karte 🙂 ) vereinbaren. Am späteren Abend zogen wir der Uferpromenade entlang und rauchten während die Sonne unterging die erste Wasserpfeife, bis einigermassen späht in die Nacht hinein. Auf dem Rückweg mussten wir fest stellen, dass der Bazar von Izmir im Gegensatz zu dem von Bodrum im verlaufe des Abends geschlossen wird und wichen auf belebtere Strassen aus. Obwohl wir den Namen unseres Hotels vergessen hatten, haben wir es auf anhieb gefunden.

Izmir

Ephesus

Mai 31, 2005

Eigentlich wollten wir Ephesus auf eigene Faust besuchen, aber auf Grund der mühsamen Verbindung haben wir uns entschieden, an einem Tagesausflug unseres Reiseveranstalters teil zu nehmen.
Darum mussten wir auch um 6:45 bereit stehen. Zum Glück haben die Engländer aus dem Nebenzimmer, die uns auch schon vor die Türe geworfen haben, ihren letzten Abend gebührend begossen und uns rechtzeitig geweckt (die neuen Engländer haben uns als erstes den Wäscheständer geklaut 😦 ). Nach einem kurzen Frühstückshalt und einer endlosen Fahrt durch die türkische Pampa (Hügel mit Olivenbäumen) genossen wir eine zweistündige Fürung durch die beeidruckende Ausgrabungsstätte der antiken Hafenstadt Ephesus. Von einer wilden Bibliotheke (berühmt weil voller Pergament anstatt Papyrus) bis zu einem verfallenen Bordell (mit der angeblich ersten Werbung) gleich gegenüber, findet man dort alles.

Tempel in Ephesus

Amphitheater

Danach haben wir fürstlich Grilliertes zu mitttag gegessen, worauf der obligate Teppichknüpfereienbesuch folgte. Die Fürung, inkl. feiner Apfeltee, in perfektem Deutsch war interessant und witzig, gekauft haben wir zum Glück noch keinen, obwohl Philipp im Tausch gegen seine Kamera ein stattliches Exemplar geboten wurde. Seide lag aber nicht drin, also haben wir es gelassen (1:0 für uns 🙂 ).

Teppichhändler

Nach einem kurzen Abstecher ins Museeum von Ephesus wurden wir wieder nach Hause gerast. Der Fahrer hat alles aus dem schitteren Bössli raus geholt. Wir werden morgen nach Izmir weiter fahren.

Bodrum

Mai 29, 2005

Zuerst eine Erfolgsmeldung: wir gehören auch nach vier Tagen zu den wenigen Touristen, die nicht von Kopf bis Fuss krebsrot sind.
Wir wohnen in einem angenehmen Hotel in Gübet, gleich neben Bodrum. Um dorthin zu gelangen, steht man einach an die Atatürk Strasse und winkt einem anfahrenden giftgrünen Minibus, Dolmuş genannt. Der bleibt überall stehen und man kann einsteigen. Dann reicht man das Geld (wer einem wohl von jedem einzelnen Geldstück entgegen grinst?) dem nächsten Passagier Richtung Chauffeur, der es dann wiederum weiter gibt, bis es vorne beim Fahrer angelangt ist, der das Rückgeld auf dem selben Weg retour gibt. Ist man am Ziel angelangt (zum Beispiel auf dem Atatürkplatz), muss man nur „stop“ sagen und durch die immer geöffnete Türe ins Freie steigen.
Bodrum hat eine schöne Bucht, mit einem riesigen Yachhafen, einer geläufigen Burganlage und trotz allem einigen Quartieren, wo man als Tourist noch schräg angesehen wird. Wir haben von Bodrum und der Umgebung ein paar Aufnahmen hoch geladen.

Strand

Süpermarket

Der lokale Reiseleiter ist ist sehr höflich und wir haben in einem Kreuzverhör gestehen müssen, wie wir die Türkei zu verlassen gedenken. Er hat nun alle Hebel in Bewegung gesetzt, uns bei dem Besorgen der Bustickets zu helfen, so dass wir wohl doch nicht mit Autostop über die Grenze müssen 🙂
Weil hier abgesehen vom Reiseleiter kaum wer Deutsch spricht und Englisch auch nicht allen geläufig ist, haben wir begonnen, Türkisch zu reden: es ist ganz einfach, wir sprechen Berndeutsch und ersetzen alle Vokale mit „Ü“ (es existieren zwar auch noch ein paar weitere Quotenvokale, wie das „A“ im Wort „Atatürk“, aber es geht auch ohne). Tragischerweise wird unser Dialekt nicht überall verstanden, hoffentlich ist es in Üstünbül besser 🙂
Noch eine Frage zum Schluss: Wie sprecht ihr „Haifisch“ im Dialekt aus? Lukas schwört es heisse „Haay“, während Philipp nur von „Hey“ gehört haben will.

Die unendliche Geschichte Teil I

Mai 25, 2005

Nach einer kurzen Nacht in Winterthur (vielen Dank, Christine und Masud), einer Passkontrolle extra für Philipp und einem ereignislosen Flug haben wir unser Hotel in der Touristenhochburg Bodrum erreicht. Als erstes haben wir die unendliche Kebabgeschichte lanciert. Ausserdem haben wir bereits erste Geschäftserfahrungen gesammelt 🙂 , uns von der saumässigen Hitze im Meer erfrischt, einen Aussichtspunkt erobert und zum zweiten Mal göttlich zu Abend gegessen.