Archive for the ‘Gambia’ Category

Georgetown

August 30, 2007

In Bakau wollten wir noch Geld wechseln, aber weder die Wechselstube noch die Bank konnte bzw. wollte uns weiter helfen… Dann sucht man sich halt einen Händler der Euros akkzeptiert und zahlt ein Joghurt mit einem viel zu grossen Schein 😉
Gerade als wir fertig gepack hatten, holte uns die Regenzeit wieder ein. Immerhin hielt der Schauer nicht lange und wir konnten einigermassen zeitig starten. Auf der Fähre wollten sie uns noch zwei extra Tickets wegen dem Gepäck andrehen, gab aber nur eine kurze Diskussion. Auf der folgenden Fahrt habe ich mehr Polizeikontrollen passiert, als in meinem ganzen Leben bis dahin. Die meisten wollten nur den Pass sehen, wobei kaum einer den Gambia-Stempel selber gefunden hat. Für den Letzten mussten wir dann noch die Rucksäcke öffne. Es war dunkel, als wir in Georgetown angekommen sind. Ein paar Jungs haben uns zu einem sauteuren Camp gebracht, schlussendlich sind wir beim geplanten Camp gleich daneben gelandet und haben feine Afro-Spaghetti gegessen. Nachdem die Birne gewechselt worden war, gab es sogar Licht in der Dusche – man musste einfach genug auf den Schalter klopfen.
Die Nacht war dann weniger toll. Ich habe zwar weder die bellenden Hunde vor dem Fenster noch die Mücken und Milben bemerkt, aber die Mädchen waren alles andere als begeistert. Als wir Frühstück suchen gingen haben uns die Jungs schon erwartet und wurden immer mehr und immer weniger freundlich. „Wir sind von Georgetown, wir sind reich und wollen gar nichts von euch!“ – trotzdem sind sie uns eine ganze Weile gefolgt und weiter gings mit „Ich kenne Engländer, die sind nicht freundlich – ihr habt die gleiche Farbe und seid böse Menschen!“
Also haben wir uns dann vom Hotel aus ein Boot besorgt, mit dem Ziel Nilpferde zu sehen. Die Verhandlungen waren zäh, aber wir konnten es etwas unter dem Preis aus dem Reiseführer haben. Unterdessen regnete es wieder – aber „no problem, dont worry“ das Schiff hatte ein Tuchdach. Nur Minuten später fuhren wir in einem Boot, das die angeblich benötigten 60 Liter Treibstoff kaum fassen konnte auf dem wunderschönen Fluss Gambia, Schutz suchend in der Mitte des Boots zusammen gepfercht, das Regenwasser überall. Es lief einem innen am Hosenbein runter als ob man in die Hose gemacht hätte, nur kalt. Die Begleiter hatten nichts besseres zu tun als uns zu versichern es höre gleiche auf und werde sicher nicht stärker. Es wurde stärker und hat uns die ganze dreistündige Fahrt begleitet. Es war mein Waschtag, es ist heute noch alles nass. Immerhin haben wir ein paar Hippos gesehen, aber soweit weg dass ich trotz 400er kein Foto geschosse habe.
Im Hotel war immer jemand Tee kochen und wir wurden eifrig eingeladen. Hier wird Grüntee extrem stark noch extremer gesüsst getrunken. Das Kraut wird dreimal aufgekocht und der Tee schmeckt jedes Mal etwas schwächer. Mit Internet wurde es dort nichts – der Reperateur aus dem 10km entfernten Bansang hat es wohl immer noch nicht bis nach Georgetown geschafft.
Bevor wir am nächsten Tag zurück nach Senegal wollten, versuchten wir in Georgetown Fussball-Leibchen für Hannahs Freunde auf zu treiben. Stattdessen haben wir ein Sklavenhaus, dessen Echtheit umstritten ist besucht. Insbesondere Touristen aus ehemaligen Kolonialreichen lassen dort imense Donationen liegen, die dem Schmuck des Wärters an wohl nicht alle zum Erhalt der Denkmäler verwendet werden. Zurück im Hotel gab es einen süss-sauer-salzigen Brei aus Reis, Milch und Erdnüssen zum Frühstück. War zwar speziell, aber eigentlich ganz fein. Es hat uns dann ein Südafrikaner in die Grenzstadt Farafenni mit genommen. Er hat erst laut mit seinem Fahrer diskutiert, der hat dann etwas geschmollt und dann konnten wir gratis mit reiten. Als wir auf die Fähre warteten trug uns der eine Junge vom Hotel noch ein paar Fetzen aus dem Abfall nach, die wir eigentlich nicht mehr wollten und fragte uns mehrmals ob wir nun alles hätten, wir sollten dies doch gleich kontrollieren. Es war recht seltsam und am Abend wurde uns dann klar, was liegen blieb: neuer Bestand minus ein Handy. Wieder gab es endlos viele Kontrollen, die Freude über jede, die nicht bestochen werden musste war gross.
Bei der letzten Kontrolle haben wir dann unser Gepäck gelassen und uns von einem Zöllner ein Restaurant zeigen lassen. Auch hier fanden wir keine roten Fussballleibchen der Scorpions, der Nationalmannschaft von Gambia. Dafür habe ich jetzt eine Taschenlampe, Kopfhörer und immer noch jede Menge Dalasi (Währung von Gambia). Taschenlampe hatte ich noch immer dabei und nie gebraucht, also habe ich sie diesesmal zu hause gelassen. Aber Afrika ist anders. Die Kopfhörer sind unterste Schublade, ich versuche mit guter Musik dagegen an zu kämpfen. Beim Grenzposten war nun keiner der Schürzenjäger mehr und der Uniformierte wollte uns das Gepäck nicht wieder geben. Zum Glück kam dann einer im Fussballdress und liess uns rein.

Cleaning-Day

August 26, 2007

Gestern war in ganz Gambia Cleaning-Day, ein monatlicher nationaler Feiertag. So ruhig hab ich Afrika noch nie gesehen. Kaum ein Geschäft offen, alle ein bisschen am Wischen und am Strand haben sie die über Tage hingeschmissenen Fische vergraben. Verkehr gab es kaum, wir waren erst am Strand und dann habe ich den ganzen Nachmittag verschlafen.
Abends gingen wir dann aus, wörtlich in den heissesten Clubs die ich kenne 😎 Um hin zu kommen mussten wir ettliche Polizeikontrollen passieren, die alle nur auf Schmiergeld aus sind. Erst bei der letzten Kontrolle auf der Rückfahrt verlohr dann unser Fahrer seinen Ausweis, weil wir zu viert hinten drin waren. Er musste dann zurück um den Handel ab zu schliessen…
Heute müssen wir wohl noch einen nach Deutschland ausgewanderten Gambianer auf Urlaub in der Heimat an einer Beachparty verabschieden („wir Deutschen saufen ja auch viel, aber dieser andere aus Ruanda …“) und so kommen wir wohl erst morgen weg von hier. Überhaupt gibt es in unserem Hotel viele afrikanische Touristen, die eigentlich in Europa leben. Auf jeden Fall ist es ein amüsanter Haufen hier 😉

Abuko National Park

August 24, 2007

Da die meisten Touristen gerne ein Vielfaches für ein privates Touristentaxi hinlegen, das genauso wie die von den Einheimischen bevorzugten Sammeltaxis im Stau stecken bleibt, haben die Fahrer keine Ahnung wo die Eingänge der Reservate sind und lassen einem dann irgendwo in der Pampa raus und weisen einem im besten Fall noch in eine komplett falsche Richtung.
Gestern waren wir im Vogelreservat bei Tanji. Bei Tümpeln gleich am Meer trinken viele Vögel. Der Weg dorthin führt durch Gestrüpp bis zu den Hüften, zurück gingen wir dann am Strand entlang bis zum nächsten Fischerdorf. Heute gingen wir in den Nationalpark bei Abuko. Den Eingang haben sie auch hier erst beim zweiten Anlauf getroffen. Da wir gestern abgesehen von den vielen Möven die meisten Vögel nur gehört hatten, haben wir uns heute einen Führer gegönnt. Er konnte uns neben Vögeln noch ein paar weitere Verdächtigen wie Affen, Schmetterlinge und Echsen zeigen und ein wenig über Kultur sprechen konnte man mit ihm auch noch. Natürlich wollte er wissen ob wir (ja, alle drei) verheiratet seien. Das dies bei uns nicht drin liegt, fand er recht amüsant und sein Chef hatte grosse Freude an Lena, weil sie die erste Polin ist, die er je gesehen hat. Er war während dem Weltcup für Polen. Neben den freien gibts auch ein paar Viecher in eher erbährmlichen Gehegen, zum Schutz vor Wilderern und zur Wiedereingliederung aus Gefangenschaft befreiter Tiere. Dort gab es auch Hyänen und die grinsen nach Hannah genau so wie in Lion King.
Im Anschluss wollten wir dann in der Lamin Lodge essen gehen. Das ist ein im Fluss auf Stelzen gebautes Restaurant, wunderschön gelegen, einen halbstündigen Spaziergang vom Dorf Lamin weg. Laut Reiseführern eines der beliebtesten Ausflugsziele in Gambia überhaupt, mit guter Küche … Wir sind hell begeistert angekommen und sehr ernüchtert geflüchtet – ohne die lange ersehnte Kanufahrt. Die verwöhnten Affen dort sind recht aggressiv, klauen Essen und Getränkeflaschen und verhindern jedes bisschen Entspannung. Auf die dürftigen, mässig feinen und touristisch teuren Sandwiches und Tagesmenüs mussten wir gut eine Stunde warten. Morgen oder Übermorgen fahren wir in den Osten, je nach dem wie wir den Transport organisieren können.

Bakau

August 23, 2007

Uns gefällts nach wie vor hier in Bakau. Vom Balkon aus sieht man direkt auf den Strand. Im Gegensatz zu den touristischen Stränden weiter unten wird man hier einigermassen in Ruhe gelassen. Die Einheimischen rennen am Strand entlang, spielen Fussball oder fischen. Von aussen sieht das Hotel zwar recht baufällig aus, aber innen ist es schön, mit einem guten Restaurant und anzüglichen, geschnitzten Statuen, wie sie bei uns undenkbar wären.
Ich konnte ein weiteres Visum für Senegal machen lassen. In allen Reiseführern steht, dass dies rund 24 Stunden dauere. An der Botschaft hängt ein Zettel, man könne Visa nur Montags und Mittwochs machen lassen, ich war Dienstags dort. Ich war dann doch so unanständig und habe nachgefragt. Siehe da, es geht doch jeden Tag aber dauert dann deren drei. Dafür hat es mich einen Zehntel dessen gekostet, was in der Schweiz. Zurück aus der Stadt kam ich in einem mit Weihnachtsbaumschmuck verzierten Taxi. Ein kleines Kind hat mich die halbe Fahrt über angegrinst und dann plötzlich zu schreien begonnen.
Ganz in der Nähe gibt es einen botanischen Garten, mit extrem vielen Stechmücken. Ich hatte dank langen Hosen keine Probleme, aber die Mädels haben es nicht sehr lange ausgehalten, da wir kein Spray dabei hatten. Neben Pflanzen mit farbig gefleckten Blättern gibt es dort viele Schmetterlinge und ein paar schöne blaue Vögel. Ausserdem ist etwas weiter im Ort einen Krokodil-Teich. Die Krokodile zu berühren helfe für und gegen alles. Der angebliche Sohn des Häuptlings des Dorfes hat uns dort hin geführt. Wir mussten dann noch bei ihm zuhause ein Catfish-Gericht essen, was wie Katzenfutter gerochen hat und immerhin genug scharf war, dass rd problemlos runter ging und meine Verstopfung bin ich auch los 😉 Wieder beim Hotel hat er mich dann für Geld gefragt, um sich irgendeine Salbe gegen Fusspilz zu kaufen. Erst habe ich mich gefragt, warum man gerade in Gambia so oft „Live is so hard in Africa, you know“ und Ähnliches hört, aber vielleicht ist es hier besser als rundum, weil solche Geschichten derart gängig sind. Besonders Dreiste erklähren einem, dass gerade solche Belästigungen ein grosses Problem in Afrika seien, während sie einem was auftischen … Auf jeden Fall schlägt sich die verhältnismässig hohe Alphabetenquote von 37% in vielen Book-Shops nieder.
Gestern war dann Künstlertag und alle haben uns für irgendwelche Farbe zum Malen oder Felle für Trommeln angebettelt. Wir sind zum Bijilo Wald Reservat gefahren, hier besser bekannt als Monkey-Park. So wie dieser Palmenwald hat früher die ganze Küste von Gambia ausgesehen. Gleich beim Eingang wird einem ein kostenloser Guide verpasst und hat es ein Schild, dass man die Affen nicht füttern soll, weil sie seither aggressiv dem Stand entlang von Hotel zu Hotel ziehen. Aber nicht einmal die offiziellen Guides scheren sich darum. Dafür sind die Äffchen recht zahm und man sieht ihre Kleinen beim Spielen. Die grössere Sorte Affen hingegen hat Angst vor Menschen. Vögel haben wir auch wieder ein paar gesehen. Heute gegen Abend wollen wir noch ein Vogel Reservat besuchen und morgen einen Nationalpark, dann fahren wir dem Gambia-Fluss nach Land einwärts.

Banjul

August 20, 2007

Wir haben uns entschieden, in Yoff, gleich neben dem Flughafen von Dakar, einen Ruhetag einzulegen. Yoff war früher ein Fischerdorf, heute ein Vorort von Dakar mit sieben Quartieren und demzufolge sieben Moscheen, von deren Minaretten rund um die Uhr um die Wette gebetet wird. Zusammen mit dem Fluglärm etwas gewöhnungsbedürftig. Die Leute waren lange animistisch und leben nachwievor in einer engen Gemeinschaft, fischen und essen zusammen. Überhaupt sehen alle nach allen Kindern. Im Flugzeug zum Beispiel hat eine Mutter ihren Säugling einfach dem Sitznachbarn in die Hand gedrückt und der hat dann mit ihm gespielt, während sie weg war. Der kleinere Sohn vom Hotelbesitzer wollte am Morgen von Allen in den Arm genommen werden und die Kinder am Strand wollten alle unbedingt fotografiert werden. Abends war dort viel los, wurde Fussball gespielt (mit Ausdehnen) und gemeinsam mit einem riesigen Netz gefischt. Ich bin mir ein wenig wie im Kino vorgekommen, wie wir da so in aller Ruhe durch die Fischenden und Spielenden gehen konnten. Ansonsten war es sehr gemütlich, am Strand wurde man höchstens von Ziegen belästigt und am Abend hat sich der Hausherr extra verkleidet um uns das Hühnchen an traditioneller Sauce auf dem Dach zu servieren. Perfekt bis auf die Baustrahler-Beleuchtung. Ach ja, und der Umgang mit Tieren war auch recht rauh. Hannah war ganz entsetzt, wie das streunende Kätzchen am Schwanz ausquartiert wurde. Rochen wurde einfach der Stachel ausgerissen und dann am Strand liegen gelassen, wo sie über Minuten verendeten … Und zum Schluss habe ich zur Belustigung der Beiden noch den Schlüssel mit gehen lassen, was mir wegen der Freundlichkeit der Herberge überhaupt nicht recht ist. Aber der geht nun auf die Post.
Am nächsten Morgen fuhren wir erst durch die sandigen Strassen Dakars zum Busbahnhof. Da wird im Stau Gedrängelt und über Trottoirs überholt, dass es eine wahre Freude war. Dann mit einem sogenannten Buschtaxi, einem Peugot-Bus mit fünfer-Sitzreihen, der Küste entlang in den Süden. Manche haben auch noch Musiker an Bord und man sieht immer wieder welche auf dem Rücken neben der Strasse. Ich wusste nicht recht ob es mich beunruhigen sollte, dass niemand den Ambulanzen ernsthaft Platz lassen wollte oder ob ich froh sein sollte, dass es überhaupt welche gibt. Es hat Stunden gedauert, bis wir zum Stau raus waren. Dann stiegen wir um. Diesesmal in ein siebenplätziges Taxi. Langsam haben wir begriffen, dass man am besten ein bisschen mit Fahrern aller möglichen Gefährten spricht. Dann purzlen die Preise; die Rucksäcke kommen dann meist gratis mit.
Im Fischerdort Joal wollten wir einen Fähremann finden, der uns nach Banjul bringt. Ein erster war nur teils begeistert und hat gemeint, er könne uns ein Dort weiter bringen, von dort aus gebe es dann welche, die das arrangieren können. Das war uns etwas zu vage. Wir waren schon wieder Richtung Bus unterwegs, da wurden wir nocheinmal eingeholt – es gebe noch einen Kapitäne der das vielleicht mache. Wir sollten auf ihn warten. Der hat dann einen riesigen Braten gerochen und wollte rund 500 Stutz für die vier Stunden Boot fahren. Da haben wir den beleidigten Fischern definitiv den Rücken zu gewandt und sind mit dem Bus wieder etwas hoch gefahren, einmal umgestiegen und dann in der katholischen Mission von Kaolak geblieben. Die wollten uns erst sauteure Einzelzimmer andrehen, die Massenlager wären besetzt. Dann hat sich der Eine erinnert, dass im einen Massenlager nur ein Bett besetzt war. Der Schwarze wurde kurzerhand in das andere Massenlager voller Pfadfinder verlegt und wir haben so ein Dreierzimmer mit vielleicht zehn Betten zum Preis von einem Einzelzimmer erhalten. Da gab es stechende Fliegen, so ramponiert waren wie an dem Morgen waren wir noch nie. Der Markt von Kaolak ist nach Marrakesh grösste überdachte. Wegen Sonntag war er nicht sehr geschäftig, aber immerhin gabs einen Nakten, der Kehricht rum gekickt hat 🙂
Wir fuhren dann weiter, wobei uns ein wahrscheinlich lieber, katholischer Offizier auf Urlaub zum Busbahnhof begleitet hat. Er war alles andere als geschickt im Verhandeln. Irgendwo ist dann noch ein Fünfliber versickert, den ich irgendwann bezahlt habe weil es mir zu dumm wurde … Dafür war die Fahrt toll. Laut dem Reiseführer gibt es dort eine sehr gute Strasse. Sie war aber so schlecht, dass sie alle Fahrer nur im Notfall überhaupt mit der einen Seite befahren haben. Was die Zöllner in Dakar falsch gemacht haben, konnten die an der Grenze zu Gambia wieder wett machen. Die konnten uns Auskunft über den Nationalpark dort geben und haben mich von sich aus freundlich auf die Visa-Regelungen aufmerksam gemacht. Die von Gambia wollten ein wenig wissen was in den Rucksäcken ist, dann gings vorbei an einem Käfig vorbei zur Passkontrolle.
In Gambia mussten wir wieder etwas Taxi fahren, dann eine Fähre von Barra nach Banjul und dort nach einem Imbiss im mauretanischen Alles Kllar zu einer Herberge. Wasser tröpfelt nur abends aus den Hahnen, dafür ist Banjul so sauber, dass man sich kaum dafür hält den Abfall auf die Strasse zu werfen. Zum Glück gibt es hier sogar Kehrichtkübel! Viele Leute wollen einem helfen und wenn man sich erstmal helfen lässt, wird man begleitet bis zum bitteren Ende. Manchmal wollen sie einem dann halt ihren Souveniershop zeigen. Hartnäckig aber bis jetzt noch nie ernsthaft lästig. Die Kinder schreien „Toubab, Toubab“ sobald sie uns entdecken, kichern, rennen einem nach, strecken die Hand hin oder versuchen einen schnell zu berühren.
Als erstes wollte ich mal wieder Wasser kaufen gehen, was es bekanntlich etwas in sich hat. Von der einheimischen Währung Dalasi hatten wir noch nichts, wobei sich im Nachhinein herausgestellt hat, dass der Kurs an der Grenze etwa 7% besser gewesen wäre. Auf jeden Fall hab ich erst vergeblich einen Bancomaten gesucht und als ersten Verfolger einen angeblichen Polizisten aufgelesen. Die Läden akkzeptieren zum Glück auch francs CFA, die Währung fast aller restlichen Länder Westafrikas, und so ging es mit zehn halbliter Säckchen Wassr zurück, Richtung Feuerwache. Dummerweise konnte ich an dem tollen, alten Löschfahrzeug von Land-Rover nicht vorbei gehen. Ich musste dann erst das Telefon ansehen, über das die monatlich rund fünf Notrufe rein kommen und mir dann das komplette neue Fahrzeug erklähren lassen. Zum Schluss wurde ich dann für irgendeiner Spende gefragt und hätte mich in ihrem Gästebuch für den Jahresreport eintragen können. Ich habe es dann meinem ersten Verfolger gleich getan und mich aus dem Staub gemacht 😉 Zurück im Hotel haben sich die Beiden schon lange gefragt wo ich so lange stecken und Wasser hatten sie natürlich auch schon lange … Gegen Mitternacht kam dann noch der Wächter vom Hote und wollte den Schlüssel umtauschen, weil unserer die falsche Nummer hatte. Immerhin ging dann der Richtige auch.
Heute konnten wir dann Geld wechseln. Die Banken waren zu langsam und teuer, die Einheimischen haben es nicht geschafft und so mussten halt wiedermal die Mauren her. Die scheinen hier alles zu kontrollieren und nach eisigen Verhandlungen ging das ganz gut. Dann haben wir das Nationalmuseum und den Markt besucht. Das Museum sei für Afrika ganz in Ordnung, meinten sie. Es hat Fotos, Masken, Gegenstände und Instrumente aus allen Epochen. Einfach etwas chaotisch, dafür führt einem das nette Personal etwas rum. Auf dem Markt hatten wir natürlich gleich wieder Begleitung von einem Ladenbesitzer, bis der dann von einem angeblichen Sicherheitsverantwortlichen verjagt und abgelöst wurde. Lena hat sich noch ein überteuertes Shampoo andrehen lassen, das erst der Chef wieder zurück nahm und so haben wir dann eines mit Preis aus dem Supermarkt geholt.
Um fünf mussten wir unser Gepäck aus dem Hotel holen, sonst wollte der mehr Geld haben. Banjul ist zwar die Hauptstadt, aber Serrekunda dahinter die eigentliche Metropole. Wir wollten mit einem Bus weiter nach Bakau fahren, um dort ein paar Nächte zu bleiben und die Region zu erkunden. Der Bus wird aber derart überfallen dass die von drinnen kaum raus kommen – geschweige denn wir rein. Schliesslich haben wir mit einer reichen Dame ein Taxi geteilt. Hier am Strand von Bakau sind wir in einem wunderbaren Hotel abgestiegen, haben einen Balkon mit Sicht auf den Fischmarkt am Strand, Restaurant und alles. Kostet dank gutem Preis sogar eher weniger als in den günstigsten Absteigen der Nachbarländer. Und den Mädchen hat das Zimmer derart gefallen, dass es nichts mehr zu diskutieren gab 😉