Archive for the ‘Senegal’ Category

Dakar

September 4, 2007

Statt zwei schlafender habe ich Vorgestern nach meinem Nachtspaziergang zwei sich um mich sorgende Mädels in der Herberge gefunden. War mir überhaupt nicht recht …
Sobald man nicht mehr mit dem ganzen Gepäck unterwegs ist und nicht mehr allzu fest nach Tourist aussieht, wird man in Dakar fast in Ruhe gelassen, weil so viele Weisse hier leben. Es hat auch Afrikaner aus allen Gegenden und Asiaten. Die Häuser sind riesig und man wähnte sich in Europa, würden nicht so viele Obdachlose in den Strassen schlafen. Ausserdem gibt es ein paar plumpe Taschendiebe. Sie sind wie Händler, nur mit ganz wenig Waare und Sachen, die ganz sicher keiner will. Dann zupfen und schütteln sie halt an den Kleidern und sagen etwas von „netten Schuhen“ bis man sie mehr oder weniger grob weg bugsiert.
Die günstige Herberge ist nicht so toll. Weder die versprochene Klimaanlage noch Ventilator und mal wieder irgendein Getiere in den Matrazen, dass sich durch Mückenspray nicht vom Beissen abhalten lässt. Gestern haben wir es etwas ruhig angegangen, Sachen organisiert und ausgeruht. Gegen Abend fuhren wir zur grossen Moschee, ebenfalls marrokanischer Stil. Sie liegt vielleicht einen Kilometer ausserhalb im Quartier Medina. Dort ist wieder richtiges Schwarzafrika. Wir sind zurück spaziert und je näher man dem Zentrum kommt, umso lästiger wird es.
Heute hingegen haben wir einiges eredigt. Gleich am morgen fuhren wir zum „lac rose“, einem salzhaltigen, braunen See wo die Siegesfeier der Rally Dakar statt findet. Früher haben dort Frauen Salz abgebaut, aber weil dies nicht gut für die Fruchtbarkeit war, wurde es ihnen verboten und heute tun es Männer aus Mali und Burkina Faso, geschützt durch Shea-Butter. Der See ist nicht tiefer als drei Meter und am Boden kristalisiert das Salz und kann weg gekratzt werden. Dank Zwischensaison konnten wir den Preis für das Taxi recht drücken – er lag mir die halbe Fahrt in den Ohren wegen „pas un bon prix“ und im Restaurant am See wurde dies bestätigt. Als wir dort noch eine Viertelstunde überzogen haben wurde er recht sauer. Gekriegt hat er trotzdem nicht mehr. Wenn sie davon profitieren könnten sind sogar die Afrikaner ässerst pingelig wenn es um Zeit geht. Gilt auch beim Verlassen eines Hotelzimmers, egal ob dort je geputzt wird oder überhaupt ein anderes Zimmer besetzt ist.
Am Nachmittag fuhren wir auf die Insel Gorée. Sie war früher Umschlagplatz für Sklaven und ist heute ein Ferienparadies aus schönen Kolonialbauten mit schalem Beigeschmack. Wir liesen uns saumässig teuer rumführen. Der Führer sprach gut Deutsch, trotzdem ist mir nach wie vor schleierhaft wie es soweit je kommen konnte. Dafür weiss ich nun, warum Afroamerikaner grösser als die meisten Afrikaner sind. Auch gibt es dort ein Frauenmuseeum. Ironischerweise fast komplett von ausländischen Botschaften finanziert und nur an der Kasse eine Frau. Aber der Führer hat uns versichert, dass es keine Beschneidungen mehr gebe. Zu sehen gibts neben vielen Alltagsgegenständen aus dem Leben der Frauen auch Portraits, zum Beispiel von der Frau des Präsidenten oder einer Polizistin vom Flughafen. Scherz bei Seite, Senegal hatte 1985 bereits eine Falschirmjägerin, Ratspräsidentinnen, Dorfvorstehrinnnen und Geschäftsführerinnen. Ausserdem gibt es ein staatliches Elitegymnasium nur für Mädchen und die mit 240mm grösste Kanone Westafrikas auf Gorée.
Am Abend waren wir auf dem Markt. Ich verstehe afrikanische Märkte noch überhaupt nicht. Da sagt man was man sucht, wird in irgendeinen Laden gesetzt und dann schleppen die alles an, was der Sache nahe kommen könnte. Trikots der Nationalmannschaft von Gambia für Hannahs Freunde waren dann doch nicht zu finden und Trainingsanzüge in Mädchengrössen (sprich < XL) sind ebenfalls sehr rar.
Morgen um sechs Uhr früh flieg ich zurück nach Bamako, ein Engländer in Bakau hat mich überredet Mali eine zweite Chance zu geben. Ich will vorallem Djénné mit der grossen Lehmmoschee und das Land der Dogon sehen, dann durch den Süden Burkina Fasos zurück nach Ouagadougou reisen. Nur wenn ich fliege bleibt mir genügend Zeit – der Bus kann drei, vier, fünf, sechs oder gar sieben Tage brauchen …
Die beiden aus Wien fahren auf die Insel N’Gor an den Strand, montag fliegen sie nach Hause. Ich verpasse leider ihren grossen Shoppingtag morgen und vermisse die endlosen Diskussionen über was essen, was essen in Wien, was essen auf der Heimreise und was anziehen schon. Und bitte wer soll mir nun das Shampoo aus der Dusche nach tragen? Es war eine gute Zeit für mich, vielen Dank 🙂

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Zebrabar

September 2, 2007

Gestern fuhren wir also zu dieser ominösen Zebrabar. Sie hat nicht gerade viel mit dem gleichnamigen Lokal in Biel gemeinsam. Es wird zwar von Schweizern geführt, die waren aber auf Urlaub und so war es recht herunter gekommen. Immerhin verstanden die Wachhunde Berndeutsch. Sonst waren höchstens die Räuberpreise schweizerisch – es gab nicht einmal einen Abfalleimer in den Zimmern und die Pirogue kam auch eine halbe Stunde zu spät.
Auf jeden Fall liegt das Camp in einer schönen Ecke, direkt neben dem Parc National des Oiseaux de la langue de Barbarie wo der Fluss Senegal in den Ozean fliesst, völlig in der Pampa. Kanus und Surfbretter kann man gratis benutzen, Schwimmen geht auch (wenn man sich nicht vor einem toten, aufgeblähten Schaf eckelt, das niemand wegschaffen wollte und dann einfach runter trieb) und es hat dort unzählige Krebse zwischen Daumen- und Kopfgross. Gerade in der Nacht konnte man schon erschrecken, wenn plötzlich etwas davon krabbelt 😉
Heute in der früh fuhren wir in einer Pirogue in den Park rein und haben unter anderen Vögeln wieder Pelikane gesehen. Danach mussten wir ein wenig gehen, bis wir ein Taxi zurück nach St. Loius fanden (mit Gurt ohne Schnalle vor den Bauch halten zum Polizeikontrolle passieren) und von dort fuhren wir in gut vier Stunden mit einem „Sept place“ nach Dakar. Nachdem wir ein paar Hotels die nicht mit sich handeln liessen abgeklappert haben, fanden wir in einer Herberge ganz zentral einigermassen günstig Unterschlupf. Dakar scheint vorallem aus Strassenkindern und -händlern und Ausländern zu bestehen – kaum vorzustellen wie es hier zur Hauptreisezeit aussieht. Abgesehen von der konstanten Belagerung ist es recht ruhig und nicht allzu heiss. Mich hat gerade ein DJ der die Zeit vor seiner Schicht tot schlagen musste durch die schlafende Stadt geführt.

St. Louis

August 31, 2007

St. Louis ist das Venedig von Westafrika. Die Altstadt liegt auf einer Insel im Fluss Senegal und besteht aus anständigen Kolonialbauten und auch Neubauten werden gemauert und sind nicht wie anderswo von Wellblechwänden umgeben. Es war die Hauptstadt der französischen Kolonie Senegal, bevor Dakar Zentrum der ganzen Region wurde.
Es ist recht touristisch hier. Im Restaurant spielen schon mal Strassenmusikanten auf, die gleich noch für ihr Konzert Werbung machen. Wir haben bereits gestern unsere Stammbeiz gefunden. Es ist ein einfaches, günstiges Lokal mit gutem einheimischen Essen. Das bedeutet meist leicht scharfen Reis mit irgendeinem Fleisch. Der Junge von dort hat mir einen Friseur gezeigt, jetzt habe ich absolute Hutpflicht bei Sonne. Ich war noch kaum je so glatt rasiert (im Gesicht – auf dem Schädel hab ich noch welche), dafür war es ein rechtes Massacker. Ich sah ziemlich verschlagen aus, als ich wieder zum Hotel kam.

Fähre

Gegen Abend gingen wir auf die Halbinsel davor, wo es ein recht urtümliches Fischerdorf gibt. Die Fischer halten sich dort auch Pelikane mit gestutzten Flügeln, die vorallem von Kindern verspiesen werden. Es war einiges los, viel Musik und Leute in den Strassen. Einer von den Fischern brachte uns zum „Spiel des falschen Löwen.“ Starke Männer und Frauen tanzen als Löwen geschminkt und verkleidet, singen und necken die Bevölckerung. Jeder muss Eitritt bezahlen, wer nicht kann wird bei einem Kessel mit Wasser fest gehalten, nass gespritzt und geschlagen, bis jemand für ihn bezahlt. Bei den Männern von der Herberge konnte ich dann in Erfahrung bringen, dass dieses Spektakel zwar eine alte Tradition ist, aber ohne jeglichen spirituellen oder religiösen Hintergrund. Es gehe nur um Vergnügen und Geld und findet vorallem während den Ferien statt.

Spektakel

Morgen versuchen wir wohl nochmal zur Zebrabar zu fahren, um einen weiteren Nationalpark zu besuchen, bevor wir uns ins Getümmel von Dakar stürzen.

Touba

August 30, 2007

Nach der Grenze ging es dann in den üblichen Sept-Place Sammeltaxis weiter. Gegen elf waren wir in Kaolak und dort zum Busbahnhof für Touba. Neben uns war erst ein weiterer Kunde für Touba am warten. Wir beschliessen etwas zu essen und dann zu fahren, was bedeutet hat, dass wir zu viert alle sieben Plätze bezahlen mussten, um nicht zu warten bis es ganz voll ist. Trotzdem wollten die noch Geld für das Gepäck. Das konnten wir ihnen dann zwar ausreden, aber irgendwie waren wir dann doch zu acht im Wagen und Geld zurück gabs sebstverständlich nicht. Der Fahrer fuhr dann noch trotz ettlichen Hinweisen und Versuchen ihn zu stoppen so weit an unserem Hotel vorbei, so dass wir wieder ein Taxi retour brauchten – recht ärgerlich aber alltag.
Das staatliche Hotel hingegen war ziemlich der Hammer. Die Bettanzüge waren wie Leopardenfell gemustert, die Wände rosa, die Decke mit Samt bezogen und es hatte sogar eine Lampe direkt über dem einen Bett mit roter Birne.
Heute haben wir dann Touba besucht, die heiligste Stätte der hier mächtigen Mouriden. Alles was ich über die herausfinden konnte ist, dass ihr Begründer nur gearbeitet habe, ohne zu schlafen. Arbeit sei sehr wichtig für sie. Auf jeden Fall ist er und seine ganze Verwandtschaft in Touba begraben und sein Sohn der aktuelle Führer der Mouriden. Wir fuhren in einem Pickup mit Bänken hinten drin hin, ein paar kleine Mädchen haben uns vor dem doppelten Preis gerettet, ich habe mein Rückgeld aber nicht mehr gesehen. Je näher man der grossen Moschee kommt, umso konservativer wird die Kleidung. Wir gingen dann erst Geld wechseln, der Banker gab uns einen Zettel mit der Telefonnummer von der Polizei mit, es sei sehr gefährlich hier. Polizei sieht man jedoch keine, Militärs auch nicht – hier regieren die Mouriden und geraucht oder getrunken wird auch nicht. Ausserdem ist Donnerstag und Freitag schulfrei, was sich in Unmengen bettelnder Kinder zeigt. Ein Teil der Einheimischen grüsst Weisse mit „bonjour, ça và?“, der andere mit „donne moi argent!“
Die Moschee durften die beiden Frauen trotz Kopftuch erst nicht betretten, ein Rock musste her. Begleitet von einer Horde Koranschülern gingen wir zum Markt. Erst sollte es eine ganze 12-Meter Rolle Stoff werden, wir kamen dann mit zweimal anderthalb meter zurück und wurden herzlichst willkommen geheissen. Die Moschee ist zugleich Grabstädte, in marokanischem Stil aus rosa Marmor aus Spanien und weissem aus Italien gebaut und ein recht eindrücklicher Bau mit mehreren Kuppeln und fünf Minaretten. Zum Schluss wollte der Führer natürlich noch ganz einen Haufen Geld (ungefähr die Miete eines Bungalows), wir gaben ihm die Hälfte, ein weiterer Begleiter hat nochmal einen Drittel davon gekriegt und wir haben uns aus dem Staub gemacht.

Moschee von Touba

Nach einem feinen, traditionellen Essen direkt am Busbahnhof für einen Stutz und einer weiteren, zähen Runde Gepäckpreis-Verhandlungen fuhren wir weiter Richtung St. Louis. Es hat rein geregnet. Der Fahrer war zwar recht grimmig, hat uns aber Erdnüsse angeboten und herzlichst verabschiedet, als wir irgendwo in der Pampa ein Schild zur Zebrabar, einem Camp am Strand 20km südlich von St. Louis, gesehen haben und aussteigen wollten. Wir dachten wir wären in Bandiol. Statt dem erwarteten 2km Spaziergang wäre es eine überteuerte 16km Taxifahrt geworden und wir waren gezwungen doch nach St. Louis rein zu fahren, wo wir in der Jugendherberge einen vernünftigen Preis für zwei Nächte aushandeln konnten.

Banjul

August 20, 2007

Wir haben uns entschieden, in Yoff, gleich neben dem Flughafen von Dakar, einen Ruhetag einzulegen. Yoff war früher ein Fischerdorf, heute ein Vorort von Dakar mit sieben Quartieren und demzufolge sieben Moscheen, von deren Minaretten rund um die Uhr um die Wette gebetet wird. Zusammen mit dem Fluglärm etwas gewöhnungsbedürftig. Die Leute waren lange animistisch und leben nachwievor in einer engen Gemeinschaft, fischen und essen zusammen. Überhaupt sehen alle nach allen Kindern. Im Flugzeug zum Beispiel hat eine Mutter ihren Säugling einfach dem Sitznachbarn in die Hand gedrückt und der hat dann mit ihm gespielt, während sie weg war. Der kleinere Sohn vom Hotelbesitzer wollte am Morgen von Allen in den Arm genommen werden und die Kinder am Strand wollten alle unbedingt fotografiert werden. Abends war dort viel los, wurde Fussball gespielt (mit Ausdehnen) und gemeinsam mit einem riesigen Netz gefischt. Ich bin mir ein wenig wie im Kino vorgekommen, wie wir da so in aller Ruhe durch die Fischenden und Spielenden gehen konnten. Ansonsten war es sehr gemütlich, am Strand wurde man höchstens von Ziegen belästigt und am Abend hat sich der Hausherr extra verkleidet um uns das Hühnchen an traditioneller Sauce auf dem Dach zu servieren. Perfekt bis auf die Baustrahler-Beleuchtung. Ach ja, und der Umgang mit Tieren war auch recht rauh. Hannah war ganz entsetzt, wie das streunende Kätzchen am Schwanz ausquartiert wurde. Rochen wurde einfach der Stachel ausgerissen und dann am Strand liegen gelassen, wo sie über Minuten verendeten … Und zum Schluss habe ich zur Belustigung der Beiden noch den Schlüssel mit gehen lassen, was mir wegen der Freundlichkeit der Herberge überhaupt nicht recht ist. Aber der geht nun auf die Post.
Am nächsten Morgen fuhren wir erst durch die sandigen Strassen Dakars zum Busbahnhof. Da wird im Stau Gedrängelt und über Trottoirs überholt, dass es eine wahre Freude war. Dann mit einem sogenannten Buschtaxi, einem Peugot-Bus mit fünfer-Sitzreihen, der Küste entlang in den Süden. Manche haben auch noch Musiker an Bord und man sieht immer wieder welche auf dem Rücken neben der Strasse. Ich wusste nicht recht ob es mich beunruhigen sollte, dass niemand den Ambulanzen ernsthaft Platz lassen wollte oder ob ich froh sein sollte, dass es überhaupt welche gibt. Es hat Stunden gedauert, bis wir zum Stau raus waren. Dann stiegen wir um. Diesesmal in ein siebenplätziges Taxi. Langsam haben wir begriffen, dass man am besten ein bisschen mit Fahrern aller möglichen Gefährten spricht. Dann purzlen die Preise; die Rucksäcke kommen dann meist gratis mit.
Im Fischerdort Joal wollten wir einen Fähremann finden, der uns nach Banjul bringt. Ein erster war nur teils begeistert und hat gemeint, er könne uns ein Dort weiter bringen, von dort aus gebe es dann welche, die das arrangieren können. Das war uns etwas zu vage. Wir waren schon wieder Richtung Bus unterwegs, da wurden wir nocheinmal eingeholt – es gebe noch einen Kapitäne der das vielleicht mache. Wir sollten auf ihn warten. Der hat dann einen riesigen Braten gerochen und wollte rund 500 Stutz für die vier Stunden Boot fahren. Da haben wir den beleidigten Fischern definitiv den Rücken zu gewandt und sind mit dem Bus wieder etwas hoch gefahren, einmal umgestiegen und dann in der katholischen Mission von Kaolak geblieben. Die wollten uns erst sauteure Einzelzimmer andrehen, die Massenlager wären besetzt. Dann hat sich der Eine erinnert, dass im einen Massenlager nur ein Bett besetzt war. Der Schwarze wurde kurzerhand in das andere Massenlager voller Pfadfinder verlegt und wir haben so ein Dreierzimmer mit vielleicht zehn Betten zum Preis von einem Einzelzimmer erhalten. Da gab es stechende Fliegen, so ramponiert waren wie an dem Morgen waren wir noch nie. Der Markt von Kaolak ist nach Marrakesh grösste überdachte. Wegen Sonntag war er nicht sehr geschäftig, aber immerhin gabs einen Nakten, der Kehricht rum gekickt hat 🙂
Wir fuhren dann weiter, wobei uns ein wahrscheinlich lieber, katholischer Offizier auf Urlaub zum Busbahnhof begleitet hat. Er war alles andere als geschickt im Verhandeln. Irgendwo ist dann noch ein Fünfliber versickert, den ich irgendwann bezahlt habe weil es mir zu dumm wurde … Dafür war die Fahrt toll. Laut dem Reiseführer gibt es dort eine sehr gute Strasse. Sie war aber so schlecht, dass sie alle Fahrer nur im Notfall überhaupt mit der einen Seite befahren haben. Was die Zöllner in Dakar falsch gemacht haben, konnten die an der Grenze zu Gambia wieder wett machen. Die konnten uns Auskunft über den Nationalpark dort geben und haben mich von sich aus freundlich auf die Visa-Regelungen aufmerksam gemacht. Die von Gambia wollten ein wenig wissen was in den Rucksäcken ist, dann gings vorbei an einem Käfig vorbei zur Passkontrolle.
In Gambia mussten wir wieder etwas Taxi fahren, dann eine Fähre von Barra nach Banjul und dort nach einem Imbiss im mauretanischen Alles Kllar zu einer Herberge. Wasser tröpfelt nur abends aus den Hahnen, dafür ist Banjul so sauber, dass man sich kaum dafür hält den Abfall auf die Strasse zu werfen. Zum Glück gibt es hier sogar Kehrichtkübel! Viele Leute wollen einem helfen und wenn man sich erstmal helfen lässt, wird man begleitet bis zum bitteren Ende. Manchmal wollen sie einem dann halt ihren Souveniershop zeigen. Hartnäckig aber bis jetzt noch nie ernsthaft lästig. Die Kinder schreien „Toubab, Toubab“ sobald sie uns entdecken, kichern, rennen einem nach, strecken die Hand hin oder versuchen einen schnell zu berühren.
Als erstes wollte ich mal wieder Wasser kaufen gehen, was es bekanntlich etwas in sich hat. Von der einheimischen Währung Dalasi hatten wir noch nichts, wobei sich im Nachhinein herausgestellt hat, dass der Kurs an der Grenze etwa 7% besser gewesen wäre. Auf jeden Fall hab ich erst vergeblich einen Bancomaten gesucht und als ersten Verfolger einen angeblichen Polizisten aufgelesen. Die Läden akkzeptieren zum Glück auch francs CFA, die Währung fast aller restlichen Länder Westafrikas, und so ging es mit zehn halbliter Säckchen Wassr zurück, Richtung Feuerwache. Dummerweise konnte ich an dem tollen, alten Löschfahrzeug von Land-Rover nicht vorbei gehen. Ich musste dann erst das Telefon ansehen, über das die monatlich rund fünf Notrufe rein kommen und mir dann das komplette neue Fahrzeug erklähren lassen. Zum Schluss wurde ich dann für irgendeiner Spende gefragt und hätte mich in ihrem Gästebuch für den Jahresreport eintragen können. Ich habe es dann meinem ersten Verfolger gleich getan und mich aus dem Staub gemacht 😉 Zurück im Hotel haben sich die Beiden schon lange gefragt wo ich so lange stecken und Wasser hatten sie natürlich auch schon lange … Gegen Mitternacht kam dann noch der Wächter vom Hote und wollte den Schlüssel umtauschen, weil unserer die falsche Nummer hatte. Immerhin ging dann der Richtige auch.
Heute konnten wir dann Geld wechseln. Die Banken waren zu langsam und teuer, die Einheimischen haben es nicht geschafft und so mussten halt wiedermal die Mauren her. Die scheinen hier alles zu kontrollieren und nach eisigen Verhandlungen ging das ganz gut. Dann haben wir das Nationalmuseum und den Markt besucht. Das Museum sei für Afrika ganz in Ordnung, meinten sie. Es hat Fotos, Masken, Gegenstände und Instrumente aus allen Epochen. Einfach etwas chaotisch, dafür führt einem das nette Personal etwas rum. Auf dem Markt hatten wir natürlich gleich wieder Begleitung von einem Ladenbesitzer, bis der dann von einem angeblichen Sicherheitsverantwortlichen verjagt und abgelöst wurde. Lena hat sich noch ein überteuertes Shampoo andrehen lassen, das erst der Chef wieder zurück nahm und so haben wir dann eines mit Preis aus dem Supermarkt geholt.
Um fünf mussten wir unser Gepäck aus dem Hotel holen, sonst wollte der mehr Geld haben. Banjul ist zwar die Hauptstadt, aber Serrekunda dahinter die eigentliche Metropole. Wir wollten mit einem Bus weiter nach Bakau fahren, um dort ein paar Nächte zu bleiben und die Region zu erkunden. Der Bus wird aber derart überfallen dass die von drinnen kaum raus kommen – geschweige denn wir rein. Schliesslich haben wir mit einer reichen Dame ein Taxi geteilt. Hier am Strand von Bakau sind wir in einem wunderbaren Hotel abgestiegen, haben einen Balkon mit Sicht auf den Fischmarkt am Strand, Restaurant und alles. Kostet dank gutem Preis sogar eher weniger als in den günstigsten Absteigen der Nachbarländer. Und den Mädchen hat das Zimmer derart gefallen, dass es nichts mehr zu diskutieren gab 😉