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Columbus, Ohio

März 19, 2017

Letzte Woche war ich in Columbus, Ohio an einer Konferenz. Columbus ist die 15. grösste Stadt Amerikas. Columbus Downtown sind ein paar Hochhäuser an einem Fluss, darum paar Parkhäuser und immense Parkplätze und dann jede Menge nach aussen grösser werdende Häuser.

Da es in Amerika kaum Fussgänger gibt, grüsst man sich auf der Strasse. Und auch im Haus wo ich gewohnt habe, aber erst nachdem man sich auf dem Flur versteckt hat, um zu sehen ob der Bärtige die Türe auch selber aufmachen kann und obwohl ich den Code kannte, puddelnass war und trotz einem riesigen Luftsprung vor Schreck nicht davon gerannt bin wollte die Dame noch wissen wer ich denn sei … Zu dem Auftritt kam es übrigens wegen Fahrrad-Sharing, geht in Columbus einfach mit Kreditkarte und ich hab mir einen schlechten Mittag für die Stadtrundfahrt ausgesucht. Die Fahrt ging einem Radweg zwischen Fluss und Autobahn bis zum German Village runter, einem Quartier mit Kopfsteinpflaster. Deutscher Einfluss ist auch sonst sichtbar, es gibt zum Beispiel eine Schreinerei (genau so geschrieben) und eine Familie Bumgarner.

Ansonsten scheint mir Columbus vorallem eine Universitätsstadt zu sein. Auf dem riesigen Campus gibt es sogar ein Comic-Museum inklusive Lesesaal mit super Sammlung. Im Moment war unter anderem Bill Waterson ausgestellt, die Striche leben original nochmal viel mehr und die Farben sind wunderschön. Daneben eine Kooperation von zum Tode Verurteilten, einer SRF Journalistin und ihrem Mann über die Todesstrafe — und ich habe nach der Warnung für Kinder nur an Brüste gedacht … Ähnlich schlecht mit meinen Vorurteilen haben sich übrigens auch die ganzen Regenbogen-Fahnen vor den Kirchen vertragen 🙂

Ausserdem sind die Studierenden politisch ziemlich aktiv, es waren gerade Wahlen und Abstimmungen. Eine Frage betraf Investitionen der Universität in Firmen die mit Israel geschäften und jüdische Studierende fürchten um die Stipendien dieser Firmen und einen anstieg von anti-semitischen Übergriffen. Eine Professorin hat erzählt wie ihre Uni zunehmend kommerzialsiert wird, sie muss sogar ihr Laborraum mieten. Das hat aber auch den Vorteil dass sich die Administration als Service ansieht, während sie in Europe denken sie wären die einzigen die überhaupt etwas arbeiten an den ganzen Unis weil nur sie um acht Uhr morgens anfangen …

Item, wir wurden jeden Morgen im gelben Schulbus auf den Campus raus gefahren. Dort gab es Frühstück, meist Eier-Käse-Wurst-Geköche aus Einweggeschirr, hat immer genau gleich gerochen und geschmeckt, dafür locker den ganzen Tag hingehalten. Der Workshop war interessant, vorallem die Vorträge von Experimentierenden. Auf der theoretischen Seite war die Oxford-Gang etwas übervertreten und die kommen nicht so recht voran weil sie sich nicht die Hände mit Biologie schmutzig machen wollen …

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